Galerie der Aufrechten – Gesichter des Widerstands gegen die NS-Gewaltherrschaft

20.09.2017: Neue Sonderausstellung vom 3. Oktober bis 12. November im Stadtmuseum Dornbirn.

 

Künstlerin: Rebecca Marent Leihgabe der Grünen Bildungswerkstatt Vorarlberg

Das Stadtmuseum Dornbirn bringt die Wanderausstellung „Galerie der Aufrechten“ zum ersten Mal nach Österreich. Ein Porträt der Vorarlberger Krankenschwester Maria Stromberger, erstellt von der renommierten Künstlerin Alexandra Wacker, wurde von der Grünen Bildungswerkstatt anlässlich der Ausstellung beauftragt und wird erstmalig öffentlich zu sehen sein. Begleitet wird die Sonderausstellung von verschiedenen Schulprojekten. Eröffnung ist am Montag, 2. Oktober um 18 Uhr im Stadtmuseum Dornbirn.

Die „Galerie der Aufrechten“ ist ein Projekt, das vom Studentenwerk Weiße Rose e.V., mit Sitz in Weingarten, getragen wird. Es ist vom Denkstättenkuratorium NS-Dokumentation Oberschwaben initiiert worden.

Die Galerie besteht momentan aus rund 60 Porträts von Menschen des Widerstands gegen die NS-Gewaltherrschaft und von Opfern des NS-Regimes. Diese Menschen stehen etwa zur Hälfte durch Herkunft oder Tätigkeit in Bezug zum deutschen Südwesten, zur anderen Hälfte stammen sie aus dem gesamten damaligen Reichsgebiet. Dadurch setzt die Ausstellung einen Schwerpunkt auf Regionalität und erreicht gleichzeitig einen hohen Grad an Repräsentativität für den NS-Widerstand insgesamt.
Die Porträts wurden von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern erstellt. Sie wecken Empathie und zeigen die biografische Vielschichtigkeit der NS-Verfolgten.

Im deutschen Südwesten lagen zwar weder die Kommandozentralen der Nationalsozialisten noch die großen Konzentrationslager. Hier begann aber das nationalsozialistische Euthanasieprogramm. Gleichzeitig gab es hier den vielgestaltigsten Widerstand – von Attentätern, Christen und Juden, von den Studenten der Weißen Rose, von Rettern, von geistigen Vordenkern und Pädagogen, von Menschen aus dem politischen und militärischen Bereich, von Arbeitern und Gewerkschaftlern. Dazu kommen bisher unbekannte Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Die Porträts der „Galerie der Aufrechten“ sind bis zum 12. November 2017 im Stadtmuseum zu sehen. Ein umfangreiches Begleitprogramm umrahmt die Ausstellung.
Verschiedene Projekte der Schulen Sacré Coeur Riedenburg und der VMS Dornbirn Markt ergänzen die Veranstaltungen.

Begleitprogramm

Donnerstag, 5. Oktober, 19 Uhr
Raiffeisenforum Friedrich Wilhelm, Raiffeisenbank Dornbirn
Eintritt: 10 €, Kartenvorverkauf im Stadtmuseum

Preview-Lesung mit Arno Geiger aus seinem im Frühjahr 2018 bei Hanser erscheinenden Roman „Unter der Drachenwand“
Der im Jahr 1944 am Mondsee im Salzkammergut angesiedelte Roman bringt das ganze Figurenspektrum von Tätern, Opfern, Mitläufern, Außenseitern und Kriegsmüden des Zweiten Weltkriegs in einem vielstimmigen Panoptikum zusammen.

Die Ausstellung kann an diesem Tag bis 18.45 Uhr besucht werden.

Das Raiffeisenforum Friedrich Wilhelm befindet sich im 5. Stock der Raiffeisenbank Im Rheintal. Benutzen Sie bitte den Eingang in der Viehmarktstraße 2 oder den Zugang über die Stadtgarage.

Samstag, 7. Oktober, 18-1 Uhr
Stadtmuseum Dornbirn

ORF-Lange Nacht der Museen
Führungen von und mit SchülerInnen um 18.30 und 21.30 Uhr Künstlerin im Gespräch: Die Künstlerin Alexandra Wacker spricht um 20 Uhr über das von ihr gestaltete Porträt der Maria Stromberger. Kurzvorträge zum Thema „Vorarlberger Gesichter des Widerstands“ ab 22.30 Uhr
Andreas Paragioudakis (Akkordeon) und Florian King (Kontrabass) führen musikalisch durch den Abend.

Mittwoch, 18. Oktober, 18.30 Uhr
Stadtmuseum Dornbirn
Eintritt: frei

Filmabend: Schülerinnen präsentieren ihren Kurzfilm zum Ausstellungsthema, danach Spielfilm von Chris Kraus: „Die Blumen von gestern“, Deutschland/Österreich 2016, Länge: 126 Minuten, FSK: ab 12

„Ein großartig gespielter und bis ins Feinste inszenierter Film über die Institutionalisierung des Holocaust.“
Jury des 29. Tokyo International Film Festival

„Mit DIE BLUMEN VON GESTERN ist Chris Kraus ein meisterlicher Film gelungen, der stilsicher zwischen Komik und Tragik balanciert. Aberwitzig, anspruchsvoll, genial.“
Jurybegründung Thomas Strittmatter Preis

Mittwoch, 25. Oktober, 19 Uhr
Stadtmuseum Dornbirn
Eintritt: frei

Vorstellung des Rechtsextremismus-Berichts 2016 durch Dr. Harald Walser

Sonntag, 12. November, 16 Uhr
Stadtmuseum Dornbirn

Finissage mit Beiträgen von SchülerInnen

 

Anfragen richten Sie bitte an das Stadtmuseum Dornbirn.

Stadtmuseum Dornbirn
Marktplatz 11
6850 Dornbirn
stadtmuseum(at)dornbirn.at
www.stadtmuseum.dornbirn.at

Eine Initiative der Grünen Bildungswerkstatt Vorarlberg

In Kooperation mit:

Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie
Carl-Lampert-Forum
erinnern.at
Johann-August-Malin-Gesellschaft
Jüdisches Museum Hohenems
Karl-Renner-Institut
Katholisches Bildungswerk Vorarlberg
Sacré Coeur Riedenburg
VMS Dornbirn Markt