Kamingespräch Felsenkeller: Wem gehört das Bödele?

10.10.2018: Bereits in der Vergangenheit gab es zahlreiche Interessenkonflikte, wie sie beispielsweise der Arzt Dr. Leo Herburger und Fabrikant Otto Hämmerle erlebten - der eine will helfen, der andere investieren.

Alpenhotel Bödele, 1920er-Jahre © Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek

Werbepostkarte vom Bödele – Moor – See, ca. 1900 bis 1910 © Orig. Stadtarchiv Dornbirn, o. Sign

Der Motoraufzug zur Lank-Sprungschanze, 1907 © Orig. Stadtarchiv Dornbirn, o. Sign.

Das am 18. Oktober stattfindende Kamingespräch widmet sich der historischen Entwicklung des einstigen Vorsäßes zur Tourismuslandschaft und der Bedeutung von Eigentumsfragen für die Gegenwart. Bereits in der Vergangenheit gab es zahlreiche Interessenkonflikte, wie sie beispielsweise der Arzt Dr. Leo Herburger und Fabrikant Otto Hämmerle erlebten - der eine will helfen, der andere investieren. Beim Kamingespräch beschäftigen sich Elisabeth Keiper-Knorr (Geschäftsführerin der Agrargemeinschaft Otto Hämmerles Erben) sowie Hotelier Franz Fetz und Landwirt Anton Flatz mit der nicht ganz einfachen Frage „Wem gehört das Bödele?“. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, dem Kamingespräch beizuwohnen. Beginn ist um 18:00 Uhr im Felsenkeller beim Berghof Fetz am Bödele. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsserie „Überlebenskunst“ zum 125-Jahre-Jubiläum von Vorarlberg Tourismus statt. Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann: „Die Aufarbeitung der regionalen Geschichte ist für die Stadt Dornbirn von großer Bedeutung. Für das Jahr 2020 planen wir eine gemeinsame Bödele-Ausstellung an zwei Orten, dem Stadtmuseum sowie dem Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg.“


Der Tourismus hoch über der Stadt beginnt mit der Auseinandersetzung zweier kontroverser Köpfe: der Dornbirner Fabrikant Otto Hämmerle steht seinem Schwager und Arzt Dr. Leo Herburger gegenüber. Schon 1887 organisiert Leo Herburger Kuraufenthalte für kränkliche Dornbirner Kinder und Handwerker in Johann Klockers Alphütte am Bödele. Doch bald durchkreuzt Otto Hämmerle dieses Engagement: Er will eine Ferienkolonie aufbauen, kauft Schwarzenberger Bauern ihre Vorsäßhütten samt Grundbesitz ab, baut das Alpenhotel Bödele, eine Mustersennerei mit Stallungen, eine Kapelle und lässt im Fohramoos einen künstlichen Moorsee anlegen. Parallel dazu entwickelt er ein Skigebiet mit Sprungschanze und dem weltweit ersten Motoraufzug für Skispringer. Für Leo Herburger bedeutet es das Ende seines Sozialprojekts am Bödele.


Interessenkonflikte
Die hier genannten Anfänge des Tourismusziels Bödele und der damit verbundene landwirtschaftliche Strukturwandel sind Ausgangspunkt für eine geplante Ausstellung im Jahr 2020 und zeigen die verschiedenen Nutzungsinteressen für das Gebiet auf. Das Bödele gehört politisch zu Schwarzenberg, die Betreibergesellschaft des Lankliftes gehört zu den Dornbirner Seilbahnen und die Hochälpele- sowie die Haldenlifte haben je eine eigene Betriebsleitung. In der NS-Zeit versuchte die Stadt Dornbirn, das Bödele einzugemeinden, was in Schwarzenberg auf einigen Widerstand stieß und letztlich auch nicht verwirklicht wurde.


Veranstaltungsreihe zum Jubiläum
Im Jahr 1893 gründeten Vorarlberger Wirtschaftstreibende den Landesverband für Fremdenverkehr. Anlässlich des 125. Geburtstags lädt Vorarlberg Tourismus zur Veranstaltungsreihe „Überlebenskunst - vom Überleben zur genussvollen Lebenskunst“. Dazu arbeiteten sechs Museen spannende Aspekte der Tourismusgeschichte auf.


Kamingespräch „Wem gehört das Bödele?“
Termin: Donnerstag, 18. Oktober 2018
Wo: Felsenkeller, Berghof Fetz am Bödele
Zeit: 18:00 Uhr
Moderation: Dr. Petra Zudrell
Gesprächsteilnehmer: Elisabeth Keiper-Knorr (Geschäftsführerin der Agrargemeinschaft Otto Hämmerles Erben), Franz Fetz (Hotelier i.R.) und Anton Flatz (Landwirt i.R.) ein.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und der Eintritt ist frei.
Rückfragen an stadtmuseum@dornbirn.at, +43 5572 33077
www.stadtmuseum.dornbirn.at