Objekt des Monats

Objekt des Monats: Schuhe der 1970er aus dem Schuhstudio Fröhlich

Akz.Nr.: 01776

Schuhe wie aus einer Modenschau von Vivienne Westwood oder Prada gelangten 2017 in die Sammlung des Dornbirner Stadtmuseums. Dicke Plateaus und Absätze von schwindelerregender Höhe oder gar Kombinationen aus beidem kennzeichnen die provokant gewagten Stücke, die man in Dornbirn vielleicht nicht vermutet hätte. Sie stammen aus dem 1972 in Lustenau gegründeten und seit 1977 in der Dornbirner Marktstraße ansässigen Schuhstudio von Gerlinde Fröhlich und geben Zeugnis von den heute in Modefragen polarisierenden 70er Jahren.

Die Liebe zu (schönem) Schuhwerk scheint Frau Fröhlich bereits in die Wiege gelegt worden zu sein. Schon als Kind in der Nachkriegszeit hat sie sich selbst ihre Schuhe dekoriert und später mit kargem Lehrlingsgehalt weiße Schlittschuhe monatlich „abgestottert“. Vor allem die Lustenauerinnen galten als sehr auf ihr Äußeres bedacht und gaben ihr (oder des Gatten) Geld gerne für Modisches aus. Es soll Damen gegeben haben, die jeden Samstag bei Seeberger Kleidung und im Studio Fröhlich gegenüber Schuhe erworben hätten

Das Diktat der Mode war noch rigoros: „Wenn Grün modern war, dann konnte ich nicht so viele grüne Schuhe bestellen, wie ich verkauft hätte“, erinnert sich Frau Fröhlich an die wirtschaftlich goldenen Jahre. Wobei die exklusiven Modelle bei ihr 700 Schilling und mehr kosteten, während man im Kastner&Öhler Versandkatalog vom Sommer 1973 die „letzte Modeneuheit“ Sandaletten mit hoher Plateausohle aus Anilinleder um 199.- bestellen konnte. Neben dieser Passion für Fußbekleidung war es der Umgang mit den Kundinnen, der 45 Jahre zum erfüllenden Lebensinhalt der modesinnigen Geschäftsfrau mit Herz und Humor wurde. Das Stadtmuseum bedankt sich bei Gerlinde Fröhlich für diese Schenkung!

 

Foto: © Stadtmuseum Dornbirn