Objekt des Monats

Zwei Kuverttaschen

Inv.Nr.: STMD 1/16/7/0/157 und 1/16/7/0/174

Wie sich die Taschen gleichen?! Kaum zu glauben, dass ein Dreivierteljahrhundert sie voneinander trennt. Das Objekt mit dem Drehverschluss, ein Modell von H&M, wurde 2017 im Gebrauchtwarenhandel erworben. Im Internet taucht es als „Natural Straw Material with Dial Lock“ im März 2011 auf. Neben unserer orange-pinken Farbzusammenstellung gab es auch eine in schwarz-weiß.

Das ältere Modell mit der Inventarnummer 1/16/7/0/157 stammt aus der Zeit um 1930 und wurde dem Stadtmuseum als Schenkung überlassen. Es lässt sich nicht eindeutig feststellen, ob die Tasche selbst gemacht oder industriell hergestellt wurde, wahrscheinlich ist sie ein DIY-Produkt, obwohl das damals noch nicht so bezeichnet wurde. Ebenso wie das sog. „Do it yourself“ (mach es selbst!) ist auch die Bezeichnung „Clutch“, die heutzutage verwendet wird, ein Kind der Jahre nach 2000. Sie leitet sich vom englischen Verb to clutch ab, was so viel wie ergreifen, fest umklammern bedeutet.

Unter den im 20. Jahrhundert als Unterarm– bzw. Kuverttaschen bezeichneten Accessoires versteht man Taschen, die ohne Schulterriemen oder Griff unter den Arm geklemmt werden. Lange Zeit, vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, waren sie aus schwarzem Satin oder gold- bzw. silberfarben hauptsächlich der Abend- und Ausgehgarderobe vorbehalten und besaßen einen im Inneren angebrachten Spiegel, mit dem frau ihr Make-up kontrollieren konnte. Schlichte Eleganz kennzeichnete ihren Stil und so war eine Schleife aus Samt oder eine glitzernde Schnalle schon Zierde genug. Die Exemplare aus Stroh bzw. Bast in der fröhlichen Farbgebung kann man auch tagsüber verwenden, allerdings dürfte die wenig praktische Handhabung dieses Taschentyps dazu beitragen, dass die Clutch schneller als sie ihr Revival erlebte, auch wieder aus der Modewelt verschwinden wird.

Auf eine (weitere) Neuauflage also!

Das STMD bedankt sich bei DI Anton und Maria Ulmer sehr herzlich für diese Schenkung!

Foto: (c) Stadtmuseum Dornbirn