Objekt des Monats

Muff aus schwarzem Fell

STMD Akz.Nr. 01598

Muff, der (von lat. muffula für Pelzhandschuh): röhrenförmige Hülle zum Hineinschlüpfen mit den Händen, meist aus Pelz; auch als Zierstück außerhalb seiner Zweckbestimmung mitgeführt; nachgewiesen seit Anfang des 16.Jh. in meist bürgerlichen Kreisen, bis ins 18.Jh. zunehmend modisches Beiwerk der (auch männlichen) Oberschicht.

Ende des 19. Jahrhunderts hat sich der Muff in allen sozialen Schichten durchgesetzt und wurde von Frauen und Mädchen als modisches und wärmendes Accessoire in unterschiedlichsten Ausführungen getragen. Fast immer aus Pelz, wobei die Qualität vom teuren Zobel bis zum einfachen Maulwurfsfell differenzierte und die Trägerin damit auch mehr oder weniger distinguierte.

Edle Muffe sind mit kuscheligen und formstabilen Daunenfederbeuteln gefüttert, ganz einfache können auch selbstgestrickt oder aus Stoff sein. Ein Henkel oder eine Kordel zum Umhängen erleichtern das Tragen des Handwärmers während des Nichtgebrauchs.

Wie alles in der Mode unterlag auch der Muff ständigen Veränderungen, von Polstergröße bis putzig klein und seine Bestimmung, nämlich das Wärmen beider Hände, kaum mehr erfüllend. Mal war er flach, mal gerundet, wobei die tonnenförmige Form vom Kürschner auf Holzblöcke gespannt werden musste. Es gab sogar Modelle mit eingearbeiteter Tasche (als einfacher Schlitz oder mit Reißverschluss) bzw. richtiggehende Mufftaschen, also Taschen, denen man die zusätzliche Funktion als Handwärmer nicht auf den ersten Blick ansieht.

Besonders abstoßend wirken aus heutiger Sicht mit Köpfen und Schwänzen der verwendeten Pelzart versehene Stücke, wie zum Beispiel ein Polarfuchsmuff, über dem ein junger Fuchs hervorzuschauen scheint. Bis in die 1950er Jahre blieb der Muff als Slowfood der Handbekleidung sozusagen aktuell, seither taucht er nur mehr als Hingucker auf den Laufstegen auf. Unser tonnenförmiges Objekt besteht wohl aus dem seltenen Fell des Scheitelaffen und ist noch in seiner Originalverpackung, einer zylindrischen Schachtel aus Karton mit imitierter Holzmaserung, erhalten.

Das Stadtmuseum bedankt sich bei Hildegunde Amann für diese Schenkung!

 

Foto (c) Stadtmuseum Dornbirn