Objekt des Monats

Alfons Luger:
Katharina Welpe (1876-1928)
Öl/Leinwand, 1907
Inv. Nr.: K/4/35

Die Dornbirnerin Katharina Welpe ließ sich 1907 von Alfons Luger porträtieren. Leider ist nicht viel über das Leben der damals fast Vierzigjährigen, die unverheiratet blieb und keine Kinder hatte, überliefert. Anscheinend hat sie, wie es für eine Frau damals üblich war, gerne Handarbeiten gefertigt. Auch war sie musisch begabt und trat bereits in jungen Jahren bei Gesangsabenden auf. Das Gemälde zeigt Frau Welpe in vornehmer Kleidung. Sie trägt eine hochgeschlossene, hellblaue Bluse mit Stehkragen, verziert mit einer kleinen Brosche. Die Bluse ist, der damaligen Mode entsprechend, mit weiten Puffärmeln und breiten Manschetten versehen. Ihre Hände stecken in weißen Handschuhen und sie hält ein Heft in beiden Händen. Die Haare hat sie, wie es zu dieser Zeit üblich war, hochgesteckt.

Ruiter Häusle, die das Porträt vor etlichen Jahren restauriert hat, hat folgendes dazu geschrieben:

„… Schöne, hellgraue Augen unter charakteristisch geformten Augenbrauen, eine feste, gerade Nase, ein sensibler, freundlicher Mund über einem festen Kinn sowie auch eine lebhafte Gesichtsfarbe lassen das Bild einer selbstbewußten milden Persönlichkeit entstehen. Dieses Gesicht ist mit größter Natürlichkeit und ohne Idealisierung oder Verschönerung geschildert. […]“

Alfons Luger ist bekannt für seine impressionistischen Landschaftsbilder, vorwiegend in Blautönen gemalt. Dieses gelungene Frauenporträt gehört zum Frühwerk des Künstlers. Bereits hier ist seine Vorliebe für die Farbe Blau zu erkennen obwohl er gedeckte Farbtöne gewählt hat. Luger war es wichtig, die Persönlichkeit seiner Modelle in lebendiger Malweise zum Ausdruck zu bringen.

Das Werk stammt aus dem Nachlass von Frau Reina Welpe. Wir danken recht herzlich dafür!