Objekt des Monats

Was übrig bleibt vom Fest der Feste: Aufgewickelte Geschenkbänder zum Wiederverwenden

STMD Akz. Nr.: 01628

Eine auf den ersten Blick unspektakuläre Dose von Julius Meinl, wohl als Geschenkverpackung für Kaffee gedacht, birgt in ihrem Inneren einen wahren Schatz. Nicht im materiellen Sinn, denn die aufgewickelten Bänder aus einfarbigen, in sich gestreiften oder changierenden Geweben, mit und ohne goldenem Aufputz, stellen einen kaum zu Buche schlagenden monetären Wert dar. Neben ihrer fröhlichen farbenfrohen Ausstrahlung vermögen sie uns aber Zeugnis zu geben von einem sparsamen Umgang mit eigentlich allem. Nachdem heutzutage beim Auspacken mit einem einzigen Ratsch die ganze Mühe des Beschenkenden dahin ist, ging man früher weit sorgfältiger daran, Geschenke auszupacken (was mangels Tesafilm zugegebenermaßen auch leichter möglich war) und versorgte die glattgestrichenen bunten Bögen für weiteren Gebrauch. Der Mode Lauf und Wandel war noch ein gemächlicher, von Verpackungstrends ganz abgesehen… Analog zu den Geschichten vom gebügelten Geschenkpapier – geschuldet der Mangelerfahrung der Kriegsgeneration? – können diese aufgewickelten Bändchen uns Geistes- und Wertehaltungen überliefern. Sparsamkeit in materialisierter Form - und so reizender noch dazu mit passend zugeschnittenen oder gefalteten Kartons - auch das sammelt das Stadtmuseum und bedankt sich für diese Schenkung bei Frau Gerda Urthaler.