Objekt des Monats

Abendkleid mit eingenähtem Etikett „Modesalon E. Fulterer Dornbirn“

STMD Akz.Nr. 01912

In den 1950er-Jahren brachte der Wiederaufbau auch eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte mit sich und feminine Eleganz war wieder gefragt. Die weibliche Figur blieb weiterhin im Blickfeld, das heißt vor allem, das Oberteil war eng anliegend geschnitten und betonte den Busen. Dieser sollte dem Schönheitsideal der Zeit entsprechend möglichst üppig sein. Modeschöpfer wie Christian Dior prägten die 50er und erfanden mit der H-, der A- und der Y- Linie eine Silhouette nach der anderen. Die Auftraggeberin dieses Kleides ließ sich sicher auch von der Haute Couture oder einem Modejournal inspirieren, als sie sich von der Schneiderin Ella Fulterer in der Hamerlingstraße 20 diese Robe mit dazu passendem Beutel anfertigen ließ. Das zart lachsrote Kleid weist über sieben Meter Saumweite auf und ist innen mit zwei auf Busenhöhe platzierten kunstvoll aus Rüschen arrangierten Pölsterchen versehen. Nicht umsonst heißt es in einem Schönheitsbuch von 1952: „Eine mondäne Rückenlinie, und der anmutige sanfte Schwung Ihrer Hüften, ganz besonders aber eine schön geformte Brust – das sind die eigentlichen Läutewerke der Eva.“ Das elegant drapierte ärmellose Oberteil, der Rock mit seiner verschwenderischen Stofffülle und den paillettenverzierten aufgenähten Schleifen sowie die Länge weisen auf ein „großes“ Abendkleid made in Dornbirn hin. Leider ist der Anlass nicht überliefert - wir stellen uns einen Hausball im Parkhotel vor - und lassen die Trägerin eine rauschende Ballnacht durchtanzen! Das Stadtmuseum bedankt sich bei Gertrud Weiss und Belinda Taylor sehr herzlich für diese Schenkung!