Pressekonferenz Franz Michael Felder Ausstellung „Eine zeitgenössische Begegnung“

31.05.2019: Drei Orte, ein großes Thema: Franz Michael Felder. Das Stadtmuseum Dornbirn, das Stadtarchiv Bregenz und das Egg Museum luden am 31. Mai zur gemeinsamen Pressekonferenz nach Dornbirn. Kulturamtsleiter Mag. Roland Jörg begrüßte und Kurator Dr. Jürgen Thaler gab Einblicke in das Leben und den Nachlass Franz Michael Felders. Zu den drei verschiedenen Ausstellungsorten erklärten die Co-Kuratorinnen und Kuratoren Dr. Petra Zudrell (Dornbirn), Mag. Thomas Klagian (Bregenz) und Dr. Klaus Pfeifer (Egg), stellvertretend für Dipl. Päd. Andreas Hammerer, die Themenschwerpunkte sowie Inhalte. Allen gemeinsam stehen die Verortung und die zeitgenössische Begegnung mit Felder. Sie wird auf modernste Art, unter anderem mit Filmen, Comics sowie Hörbeispielen präsentiert. Die Eröffnung in Dornbirn findet am 3. Juni 2019 um 18:00 Uhr vor dem Stadtmuseum im Freien (bei trockenem Wetter) oder im Rathaus (Zimmer 133) statt. Hier stehen spannende, unentdeckte „Dornbirn-Geschichten“ rund um Franz Michael Felder und sein Werk im Mittelpunkt. Diese reichen von Felders Besuchen zu Lebzeiten über die Thematisierung der Orte und Landschaften in seinem Werk bis zu den Wirkungsstätten und Biografien seiner Dornbirner Freunde. Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann: „Mit der Sonderausstellung widmen wir uns einer bedeutenden Vorarlberger Persönlichkeit und ich freue mich in Kooperation mit Bregenz und Egg diese umfangreiche Schau eröffnen zu können.“ Im Rahmen der drei Ausstellungen kann Felder neu erfahren werden, nicht nur als Schoppernauer Sonderling, sondern als einzigartiger, im ganzen Land bekannter Schriftsteller und politischer Kopf. Ausstellungseröffnung in Bregenz ist am 6. Juni und Egg lädt am 13. Juni zur Vernissage ein.

Eröffnung „FM.FELDER@DORNBIRN“

Wo: Stadtmuseum,Vorgarten
Termin: Montag, 3. Juni 2019, 18:00 Uhr
Begrüßung: Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann
Zur Ausstellung: Dr. Jürgen Thaler, Kurator Eröffnung: Dr. Petra Zudrell, Leitung Stadtmuseum
Musikalische Umrahmung: Stadtmusik Dornbirn
Bei Schlechtwetter: Rathaus Dornbirn, Großer Sitzungssaal, (Eingang Stadtpolizei, Bergmannstraße)

Eröffnung „FM.FELDER@BREGENZ“
Martinsturm Bregenz, Donnerstag, 6. Juni, 18:00 Uhr

Eröffnung „FM.FELDER@BREGENZERWALD“
Aula der Volksschule Egg, Donnerstag, 13. Juni 2019, 19:30 Uhr

Der jung verstorbene Franz Michael Felder (1839-–1869) ist vieles: Schriftsteller, Volksaufklärer, Politiker, Rebell, Landesdichter, legendärer Vorarlberger. Vielen gilt er immer noch als Schoppernauer Sonderling, der zu Lebzeiten zwar in Leipzig Erfolg hatte, in Vorarlberg aber von klerikal-konservativer Seite heftigsten Anfeindungen unterworfen war. Umso interessanter ist es, Felders Spuren zu folgen, die er in Vorarlberg legte, und zu fragen, was in Dornbirn, in Bregenz und im Bregenzerwald eigentlich mit seinem Werk nach seinen Tod geschah. Franz Michael Felder wird so auf ganz neue Weise sicht- und verstehbar.

Im Mittelpunkt der drei Ausstellungen stehen die historischen Stadt- und Ortspläne von Dornbirn, Bregenz und den Felder-Orten des Bregenzerwaldes. Hier kann man erkunden, was einstmals dort war, wo man heute wohnt, aber auch sehen, welche Runden Felder in den Städten und Dörfern Vorarlbergs drehte. Man wird Felder und Vorarlberg mit anderen Augen sehen. Die Ausstellung versucht, den Felder-Geschichten und Felder-Ereignissen zeitgenössisch zu begegnen. In der Ausstellung kann man neben Originalmanuskripten, Fotografien, seltenen Drucken und Briefen auch Wiedergängern der damaligen Situationen begegnen. Vom antisemitischen Dichter Aurelius Polzer bis zum Obmann des ersten Felder-Vereins Martin Bilgeri, von Pfarrer Johann Georg Rüscher bis zum Dichter Robert Byr und vielen anderen. Alle haben eine sehr spezielle Beziehung zu Felder und seinem Werk. Der bekannte Hamburger Zeichner Arne Bellstorf hat Szenen aus Felders Leben und Nachleben im Rahmen von zehn kurzen Graphic-Novels ins Bild gesetzt und die Ausstellungsgestaltung damit ungewöhnlich und erfrischend ergänzt.

Eine Ausstellung an drei Orten zum 150. Todestag von Franz Michael Felder (1839-1869)

FM.FELDER@DORNBIRN
Dornbirn wird Felder zur geheimen Hauptstadt, wie überhaupt für die Einwohner des hinteren Bregenzerwaldes bis heute, eben nicht Bregenz, sondern Dornbirn übers Bödele gut erreichbar ist. In Dornbirn besuchte er Kaspar Moosbrugger 1865 in der heutigen Kirchgasse 3, wo sein Schwager, der am Gericht tätig war, wohnte. Hier entstand Felders Gedicht „Freier Ausblick“. In Dornbirn fand er Freunde, allen voran Johann Georg Waibel, der liberale Arzt, der ab 1869 auch Bürgermeister war. Aber auch den Apotheker Louis Kofler oder den Kaufmann Raimund Feurstein. Als Felder bei Moosbrugger in Dornbirn zur Erholung war, arbeitete er an seinem ersten Roman „Sonderlinge“. Kein Wunder, dass Dornbirn so prominent in diesem Werk vorkommt.

Ausstellung im Stadtmuseum Dornbirn:
Ausstellungsdauer: 4. Juni 2019 bis 6. Januar 2020, Dienstag bis Sonntag, 10:00 bis 17:00 Uhr
Sonntag, 16. Juni 2019, 10:00 Uhr Öffentliche Führung mit Ausstellungskurator Dr. Jürgen Thaler, Franz-Michael-Felder-Archiv Bregenz
Kosten: 5 Euro zuzüglich Eintritt

FM.FELDER@BREGENZ
 Während Dornbirn die Stadt der Freunde ist, ist Bregenz die Stadt der Verwaltung. Felder wechselte Briefe mit dem Landesmuseumverein, musste in Bregenz vors Gericht, traf sich hier mit wichtigen Politikern seiner Zeit. In seiner Autobiografie schildert er eindrücklich, wie er in Bregenz als armer Bauer betrachtet wurde und wie beeindruckt er als junger Mann von den Städtern war, wenn sie über Dichter sprachen.

Ausstellung im Martinsturm Bregenz: Ausstellungsdauer: 7. Juni bis 31. Oktober 2019, Dienstag bis Sonntag, 10:00 bis 18:00 Uhr
Eröffnung: Martinsturm Bregenz, Donnerstag, 6. Juni, 18:00 Uhr

FM.FELDER@BREGENZERWALD
 Felder sagte einmal, immer, wenn er in Au angekommen sei und Schoppernau hinter sich wisse, habe er gedacht, er sei in einer Stadt. Neben Au gewinnt vor allem Bezau, aber auch Schnepfau, Egg und Schwarzenberg für Felder große Bedeutung. Aus Au kommt seine Frau Nanni, hier lässt er sich fotografieren, das „Rössle“ wird ihm zur zweiten Heimat. In Bezau steht das unbeliebte Gericht, hier aber arbeitet sein Freund Josef Feuerstein mit angeschlossener Druckerei. In dieser wird Felders bekanntestes Gedicht „Kathrinentag“ veröffentlicht. In Bezau lässt sich Felder aber auch erstmals fotografieren. Viele Geschichten werden erzählt.

Ausstellung im Egg Museum:
Ausstellungsdauer: 14. Juni bis 27. Oktober 2019, Freitag bis Sonntag, 15:00 bis 18:00 Uhr
Eröffnung: Aula der Volksschule Egg, Do, 13. Juni 2019, 19:30 Uhr

Nach Felders Tod, die Städte und Dörfer und ihre Erinnerungsorte
Nach Felders Tod am 26. April 1869 beginnt der Streit ums Erbe, das über viele Jahre zunächst fest in liberaler, dann deutschnationaler Hand ist. Auch diese öffentliche Geschichte spielt sich an speziellen Tagen und besonderen Orten ab: Die Versammlung der Verfassungsfreunde, die zugunsten von Felders Waisenkinder eine Geldspendeaktion im Dornbirner Mohrengarten ins Leben riefen, aber auch der Felder Kommers der Deutschfreiheitlichen. Ebenso ist der Dornbirner Buchhändler Friedrich Rusch zu nennen, der aus Begeisterung Felders Werke neu auflegte. In der Landeshauptstadt Bregenz wurde 1909 im „Weißen Kreuz“ der erste Felder-Verein gegründet. 1939 feierten die Nationalsozialisten Felders 100. Geburtstag im heutigen Gasthaus „Gösser“, damals bekannt als „Deutsches Haus“. In Bregenz fand 1985 aber auch eine legendäre Felder-Lesung von Peter Handke statt usw. Es gibt viele Geschichten, die alle verdeutlichen, wie intensiv die Beziehung von Felder zu diesen Orten war und wie an diesen Orten die Nägel eingeschlagen wurden für das Felder-Bild, das wir noch heute haben.

Kurator: Dr. Jürgen Thaler, Franz-Michael-Felder-Archiv Co-Kuratoren: Dipl. Päd. Andreas Hammerer, Egg Museum; Mag. Thomas Klagian, Stadtarchiv Bregenz; Dr. Petra Zudrell, Stadtmuseum Dornbirn

Ein herzlicher Dank gilt: Bregenzerwald Archiv, Geschichtswerkstatt Dornbirn, Land Vorarlberg, Stadtarchiv Dornbirn, Stadtbibliothek Dornbirn, Vorarlberg Museum, Vorarlberger Landestheater, Vorarlberger Landesarchiv