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Detail Reklameplakat
Detail Reklameplakat, Grafik: Atelier Bernhard/Pilis, um 1937, Leihgabe © Privatbesitz Dornbirn
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„Ware Dirndl. Austrian Look von Franz M. Rhomberg“ Neue Ausstellung im Stadtmuseum

„Ware Dirndl. Austrian Look von Franz M. Rhomberg“ Neue Ausstellung im Stadtmuseum

Ab 2. Oktober 2021 zeigt das Stadtmuseum Dornbirn in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsarchiv Vorarlberg die Ausstellung „Ware Dirndl. Austrian Look von Franz M. Rhomberg“.

Das Textilunternehmen Franz M. Rhomberg verband seit den 1930er Jahren seine Ware mit einem Markenimage, das sich touristisch international und zugleich volkskundlich und ideologisch verankert gab. Attribute wie „stilecht“ oder „volksecht“ empfahlen seine Dirndlstoffe in Abgrenzung zu trachtigen „Phantasiekostümen“. Nach 1945 wurde die Trachten- und Dirndlmode unter dem Etikett „Austrian Look“ nochmals populär. In der Zwischenkriegszeit und während des Nationalsozialismus ideologisch besetzt und politisch missbraucht, war das das Dirndl nun ein österreichischer Exportschlager.

Die Ausstellung führt die Bestände der unter Denkmalschutz stehenden Rhomberg’schen Textilmustersammlung des Stadtmuseums Dornbirn und des im Wirtschaftsarchiv Vorarlberg aufbewahrten Firmenarchivs Franz M. Rhomberg zusammen. Rund 50 Dirndl von privaten Leihgeberinnen vervollständigen die Schau. In den Ausstellungsrundgang integriert sind fünf Kinderstationen, an welchen die Kinder selbstständig kreativ werden können.

Grundlagen der Ausstellung

Die Grundlagen für die Ausstellung sind der von der Ausstellungskuratorin Margarete Zink vor einigen Jahren aufgearbeitete Foto- und Grafikbestand der Textilfirma Franz. M. Rhomberg im Wirtschaftsarchiv Vorarlberg. Zur Ausstellung erscheint ein von Zink konzipierter und mitherausgegebener Katalog, der sich der Geschichte des Unternehmens von den Anfängen über die Rolle des Unternehmens in der NS-Zeit bis hin zu Werbestrategien im 20. Jahrhundert widmet. Die Dornbirner Zweigstelle der NS-Mittelstelle Deutsche Tracht steht ebenso im Fokus wie mit dem Dirndl verknüpfte Geschlechter- und Rollenbilder und die Geschichte des firmeneigenen Textilmusterarchivs.

Erscheinungsbild Katalog und Ausstellung

Für die grafische Konzeption und Umsetzung des Katalogs sowie Signaletik und Erscheinungsbild der Ausstellung zeichnet die Grafikerin Sarah Schlatter verantwortlich. Ihrem Engagement ist es auch zu verdanken, dass im Rahmen ihrer Lehrveranstaltung „Bühne & Elemente“ an der Fachhochschule Dornbirn die Werkstattausstellung „Dirndl on Display“ als Preview zur Sonderausstellung „Ware Dirndl“ entstanden ist, welche bereits im Juni 2021 im „Kleinen Luger“ zu sehen war. Einzelne Elemente dieser Studierendenausstellung werden auch in „Ware Dirndl“ präsentiert werden.

Nachhaltige Ausstellungsarchitektur

Ein ganz besonderes Anliegen war es dem Stadtmuseum und der Ausstellungsarchitektin Theresa Häfele dem gerade in Ausstellungen enormen Materialverbrauch Einhalt zu gebieten. Es werden in der Ausstellung bewusst Ausstellungsmöbel aus drei anderen Ausstellungen wiederverwendet. Aus dem vorarlberg museum konnten Podeste übernommen werden, welche in „Ware Dirndl“ durch Vitrinenelemente und weitere Podeste ergänzt wurden. Die zahlreichen Bänke der Bödele-Ausstellung werden zurückverwandelt in ihren rohen Materialzustand – helles Holz – zu Regalvitrinen und einem Hängeschrank für Carla-Dirndl. Zwei „Bönkle“ aus der Felder-Ausstellung komplettieren in neuer, neutraler weißer Farbe die Vermittlungsstationen aus hellem Holz. „Das architektonische Prinzip besteht vordergründig aus feingliedrigen Raumelementen, die Leitern oder Rahmen bilden, welche behängt oder mit transparenter Abdeckung Vitrinenelemente bilden“, so die Architektin.

Die letzten Oktoberfeste 2019

Schon 2019 beauftragte das Stadtmuseum Dornbirn die Fotografin Cornelia Hefel damit, Oktoberfeste in Vorarlberg fotografisch festzuhalten. Im Nachhinein betrachtet war es das letzte Zeitfenster vor Eröffnung der Ausstellung, in welchem solche Feste unbeschwert und ausgelassen gefeiert werden konnten, sollte doch im noch jungen Jahr 2020 das Coronavirus die Weltöffentlichkeit lahmlegen. Bis heute können solche Feste nicht mehr stattfinden und so sind die Fotografien von Cornelia Hefel ein (vorläufig) letztes Zeugnis dieses Dirndl-Revivals.

Textile Kooperationen

Als Produkt für den Museumsshop ließ sich das Museum wieder etwas Besonderes einfallen: ein Dirndl-T-Shirt mit originalem Rhomberg-Muster, produziert ausschließlich in Vorarlberg. In Kooperation mit der Job Ahoi Designwerkstatt der Offenen Jugendarbeit Dornbirn und carla, einem Projekt der Caritas, wurden weitere Ware-Dirndl-Shopprodukte entworfen und aus recycltem Dirndlstoff produziert.

Temporäre Kreativwerkstatt und abwechslungsreiches Rahmenprogramm

Nachdem das Stadtmuseum bereits die Preview „Dirndl on display“ als Gast im Kleinen Luger zeigen konnte, darf es nun seine kreativen Vermittlungsangebote zur Ausstellung im 1. Stock des zum wahren Pop-up-Lokal gewordenen Kleinen Luger veranstalten. Das Rahmenprogramm umfasst Exkursionen, Vorträge, Lesungen und kreative Angebote sowie ein für unterschiedliche Altersgruppen geeignetes museumspädagogisches Programm.

Langes Eröffnungswochenende

Fr. 1. Oktober 2021, 18 Uhr (Kulturhaus Dornbirn, Saal Bira, nur mit Anmeldung!)

Eröffnung der Ausstellung „Ware Dirndl. Austrian Look von Franz M. Rhomberg“

Sa, 2. Okt. 2021, 18 Uhr, Stadtmuseum Dornbirn
Offizielle Eröffnung der ORF-Langen Nacht der Museen in Vorarlberg

Kontakt und Anmeldung:

Stadtmuseum Dornbirn
Marktplatz 11, 6850 Dornbirn
T +43 5572 306 4911
stadtmuseum​(at)​dornbirn.at

Zum Rahmenprogramm: https://stadtmuseum.dornbirn.at/veranstaltungen

Stadtmuseum Dornbirn
T +43 5572 306 4911
Marktplatz 11, 6850 Dornbirn
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