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Schweres Erbe – Schwieriges Denkmal
Schweres Erbe – Schwieriges Denkmal, © Stadtmuseum Dornbirn
Schweres Erbe – Schwieriges Denkmal
Schweres Erbe – Schwieriges Denkmal, © Stadtmuseum Dornbirn

Schweres Erbe – Schwieriges Denkmal

Schweres Erbe – Schwieriges Denkmal

1993 wurde ein Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus aus Dornbirn auf der Grünfläche vor dem Stadtmuseum errichtet. Diesem Schritt ging eine langjährige Diskussion um das Mahnmal voraus. Die Johann-August-Malin-Gesellschaft empfahl die Anbringung von elf Namen, einzelne Opfergruppen wurde allerdings nur gemeinsam genannt.

1996 wurden weitere Namen ergänzt, weil erst zu diesem Zeitpunkt durch die Forschung klar wurde, dass die Verfolgung der Familie Turteltaub nicht mit einer Flucht nach Südamerika endete, sondern mit der Ermordung des Ehepaars und ihrer zwei Söhne.

Mehr als zwanzig Jahre später ist klar, dass der Gedenkstein mit seiner Botschaft „Friede – Menschenwürde – Toleranz“ kaum wahrgenommen wird und im öffentlichen Raum unscheinbar bleibt.

Der Stein ist derzeit der Ausgangspunkt für mehrere Projekte:

  • Erstens für die Erarbeitung von Vermittlungsmaterial für Schulen (ab der 8. Schulstufe) in Kooperation mit erinnern.at
  • er ist der Anlass für eine Ausstellung des Stadtmuseums 2023 mit dem Arbeitstitel „Recherchebüro für schweres Erbe“ und
  • er ist jetzt gerade Gegenstand eines mehrwöchigen double-check-Schulprojekts der Mittelschule Dornbirn Markt:

Die Freifachgruppe „Politische Bildung“ unter der Leitung von Raphael Honeder und Johannes Spies setzt sich wöchentlich mit dem Gedenkstein und Maßnahmen zur Erhöhung der Sichtbarkeit auseinander.

Begleitet wird die Gruppe von Architekt DI Wolfgang Schwarzmann, der am Institut für Architektur und Raumentwicklung der Universität Liechtenstein tätig ist. Er entwickelt mit den Jugendlichen verschiedene Ideen, die im Rahmen eines Intensivnachmittags auf der Wiese vor dem Stadtmuseum neben dem bestehenden Gedenkstein umgesetzt werden sollen. Die temporäre Installation[1] wird eine Wochen sichtbar sein und ein Impuls für ein „Weiterdenken“ des Gedenksteins sein. Das Projekt ist auch als Pilotprojekt für die Ausstellung und Vermittlungsaktivitäten 2023 zu verstehen. Finanziert werden die Aktivitäten im Rahmen der double-check-Kulturpartnerschaft 2020-2022 „Erbe & Erben“, die vom Land Vorarlberg. Bereits 2022 setzten sich mehrere Klassen der MS-Dornbirn Markt mit dem Thema „Familienerinnerung und –erbe“ auseinander.

Kooperationspartner:

  • Stadtmuseum Dornbirn
  • Freifach Politische Bildung der Mittelschule Dornbirn Markt und Mittschule Baumgarten
  • erinnern.at
  • Institut für Architektur und Raumentwicklung der Universität Liechtenstein
  • double check – Netzwerk für Kultur und Bildung in Vorarlberg

Videodokumentation Aufbau: Noah Insam

Kulturpartnerschaft von Stadtmuseum Dornbirn, Mittelschule Markt und Institut für Architektur und Raumentwicklung der Universität Liechtenstein

 

Termin:

Mittwoch 22. Juni 2022, ab 14 Uhr Aufbau, 17 Uhr Eröffnung der Installation durch Stadträtin Mag. (FH) Karin Feurstein-Pichler

 

[1] Auf der Museumswiese werden temporär 15-20 Steine platziert und von den Schüler:innen in Beziehung zum bestehenden Gedenkstein gesetzt. Praktische Unterstützung kommt vom Werkhof Dornbirn.

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