Der Bödeleschirm

Auf dem Bödele, da lebt sich’s herrlich, doch ein Schirm ist unentbehrlich ... Es ist ja wirklich nass dort oben, unter den Füßen hat man, so nicht Schnee liegt, meistens Matsch und von oben kommt es auch nicht selten flüssig.
Und so ist es kein Wunder, dass wir einen in einer Bödelehütte gesichteten Schirmständer, prall gefüllt mit Schirmen älteren und jüngeren Datums, fast nicht als Leihgabe bekommen hätten. Werden ja oben gebraucht, die Schirme.
So war es im Übrigen auch mit einem Bocciaspiel – im nächsten Sommer nicht zu entbehren –, und die sämtlichen Gäste- und Hüttenbücher, die wir in der Ausstellung zeigen dürfen, fehlen natürlich auch in den Hütten und Ferienhäusern zu denen sie gehören.

Zurück zum Wasser: Für mich war neu, überraschend und beeindruckend, dass das Bödele mit seinen nassen Wiesen und Mooren zugleich an Wassermangel leidet. Die verdichteten Böden, typisch für eine Gletscherrandzone, auf die das Eis vor vielen Tausend Jahren mit seinem ganzen Gewicht drückte, können kein Wasser speichern. Und so gibt es dort zwar jede Menge Oberflächenwasser, aber keine Trinkwasser-Reservoirs. Sie können das genauer und fachmännisch, dabei verständlich erklärt in Martin Böschs Beitrag zum Buch „Wem gehört das Bödele?“ nachlesen.
Ich möchte jetzt am liebsten noch über das nachbarschaftliche Wassergedicht erzählen, das sich in einem Hüttenbuch erhalten hat, und über den riesigen Regenschirm, der in den 1930er Jahren die Gäste von Fusseneggers Alpe beim Heraustreten aus dem Haus vor dem ersten Guss bewahrte ...
Kommen Sie ins Dornbirner Stadtmuseum und sehen Sie selbst!  

Nikola Langreiter, Freie Ausstellungskuratorin