Kein Schirmständer

Dieser Gegenstand wird gelegentlich als Schirmständer verwendet, öfters ist er allerdings auf Dachböden von Bauernhäusern zu finden. Das Gefäß, das wir ausstellen, stammt von der Alpe Oberlose-Bödele, tatsächlich „ausgegraben“ im hintersten Winkel und von einer dicken Schicht Staub und Spinnweben befreit.
Und wozu brauchte man solche Gefäße? Otto Hämmerle ließ die neu erbaute Sennerei auf der Oberlose nach damals modernsten Gesichtspunkten einrichten: Die Milch wurde in diese hohen ovalen Blechgefäße geschüttet und bis zur Weiterverarbeitung mit fließend kaltem Wasser in einem Wasserbassin gekühlt. Der dadurch gewonnene Rahm hatte eine gleichbleibende Qualität und die daraus erzeugte Butter eine längere Haltbarkeit. Aus der restlichen Milch wurde Magerkäse erzeugt.

Heute wird auf der Alpe Oberlose sehr guter Alpkäse mit einem hohen Fettgehalt gesennt, die Aufrahmungsgefäße sind schon längst weggeräumt worden. Auch wenn das Alpleben in erster Linie mit Tradition in Verbindung gebracht wird, zeigt sich doch, dass es immer auch Neuerungen gegeben hat. Tradition und Innovation- kein Widerspruch! Mehr dazu können Sie in unserer Ausstellung erfahren.

Annelies Nigsch, Kuratorin AK-Museum Schwarzenberg