Fasching - Fas(t)nacht

Das Wort Fastnacht ist vom kirchlichen Begriff der „Fasten“ abzuleiten und bedeutete urspünglich die „Fastennacht“, den Vorabend und die Nacht vor der kirchlichen Fastenzeit. Mit Fastnacht war also der Dienstag vor dem Aschermittwoch gemeint. Die zunächst nur für einen Tag bzw. eine Nacht geltende Bezeichnung dehnte sich allmählich auf einen Zeitraum von mehreren Wochen aus. Fasnatumzüge, Schaltbeerorennen, Zunftsitzungen und Bälle sind allseits beliebte, typische Veranstaltungen der Dornbirner Fasnacht. Dornbirner Fasnatzug (aus: „Dornbirner Fasnat 1950“, Herausgeber: Verkehrsverein der Stadt Dornbirn) „Der Faschingsumzug hat keineswegs die Aufgabe, Einzelpersonen oder Körperschaften zu verspotten, es sollen in ihm durch würzigen Humor und satirische Kritik Verhältnisse angeklagt werden, die einer Änderung bedürfen. Gerade der Faschingsumzug bietet einmal im Jahre Gelegenheit, Nöte und Mißstände im Volke klar aufzuzeigen und unverblümt allen jenen als Spiegel vor Augen zu halten, die für diese Nöte oder Verkehrtheiten im Zusammenleben verantwortlich sind. Damit aber erwähnte Probleme nicht in Vergessenheit geraten, werden sie von Faschingsnarren in eben närrischer Art dargestellt. Ein altes Sprichwort sagt: ,Eine Sache muß erst von den Narren verlacht werden, ehe sie die Großen anerkennen.’ Einzelpersonen jedoch haben selten die Ehre, im Umzug dargestellt zu werden. Wenn aber, verlieren sie kaum an Ansehen, sofern sie einen Spaß verstehen, sondern gewinnen an Volkstümlichkeit. Die Gestalter des Faschingsumzuges und die Mitwirkenden sind also nicht von Haß und Rache erfüllt, sondern wollen mit Humor und Witz die Sorgen des Alltags auf wenige Stunden viele tausende Zuschauer vergessen machen. Also Menschen beteiligen sich, die im täglichen Leben keine Scharlatane und Gaukler sind, sondern ernst zu nehmende Mitbürger aus allen Berufsklassen. Schon nach dem Umzugtage würde man manche von ihnen nicht mehr erkennen, denn aus dem Musikclown ist ein stiller Weber, aus dem reitenden Herold ein kraftstrotzender Hölzler geworden. Alle diese Menschen aber eint beim Faschingsumzug ein Gedanke: Anderen Freude zu bereiten!“ Der Dornbirner Maler und Kunstpädagoge Prof. Anton Burtscher hat als Mitglied der Fasnatzunft nach dem 2. Weltkrieg viele Entwürfe für die damals aufwändig gestalteten Zunftwagen gezeichnet. Einige davon sind erhalten geblieben und wurden dem Stadtmuseum überlassen.