Gumpiga Donnerstag

Am „gumpigen“ oder „schmutzigen“ Donnerstag beginnt die eigentliche Fastnacht. Die Bezeichnung „schmutzig“ rührt daher, dass früher an diesem Tag die beliebten „Küachle“ aus heißem Fett (Schmutz) herausgebacken wurden. An diesem Donnerstag vor dem Faschingssonntag ist das „Bratenstehlen“ angesagt, und findige Köchinnen haben nicht nur einmal einen alten Schuh anstelle des gesuchten Bratens in die Pfanne gelegt, um so die „Diebe“ hereinzulegen. Der alte Brauch des Bratenstehlens wurde in Mühlebach besonders gerne gepflogen. Schlimm erwischte es eine Frau aus der Haslachgasse: Ihr wurde ein schmackhafter Braten gestohlen. Als sie dies bemerkte, kaufte sie als Ersatz Schüblinge im Laden ein. Während die Schüblinge im Topf "sotten", entfernte sie sich kurz aus der Küche, und auch die Schüblinge verschwanden. Am Abend wurden die vollen Töpfe gesammelt und im Gasthaus Schiffle, oft mit den "Bestohlenen" festlich verspeist. Es konnte jedoch auch passieren, daß listige Frauen anstatt Schweins- oder Rinderbraten "Schollen" kochten. (aus "Dornbirner Schirften Nr. 25, Beiträge zur Stadtkunde, S.145)