Maiopfifo schnitza

Im Frühjahr bis spätestens im Frühsommer ist die Zeit in der eine Maipfeife gebastelt werden kann, denn nur in diesen Wochen lässt sich die Rinde leicht vom Holz lösen. Werkzeug: ein scharfes (Taschen-)Messer. Wir besorgen uns ein ca. 10 cm langes, gerades Stück eines fingerdicken (mind. 1 cm) Weidenzweiges. Auch Zweige von Haselnuss, Esche oder Kastanie sind geeignet. Die Rinde muss unbeschädigt sein, auch sollten auf diesem Zweigstück keine Knospen wachsen. Zuerst wird der Zweig an einer Seite etwa 1,5 cm abgeflacht, so entsteht das Mundstück:

Auf der oberen Seite wird etwa 2 cm vom Anfang des Mundstückes eine Kerbe eingeschnitten. Sie ist etwa 3 mm tief und entsteht durch einen senkrechten und einen zum Mundstück hin abgeschrägten Einschnitt.

5 cm vom Mundstück entfernt wird der Zweig zweimal kreisförmig im Abstand von ca. 4 mm eingeschnitten.

Die Rinde zwischen den beiden Schnitten wird vorsichtig mit der Messerspitze entfernt. Der vordere Teil – der mit dem Mundstück – wird nass gemacht, anschließend wird die nasse Rinde an möglichst allen Stellen sorgfältig mit dem Messerrücken (nicht zu fest) beklopft, damit sie sich vom Holz löst.

Nach 2-3 Minuten kann das Holz vorsichtig aus der Rinde gedreht oder gezogen werden.

Das herausgezogene Holz wird so weit abgeflacht, wie die Kerbe tief ist. Zwischenzeitlich sollte man die empfindliche, feuchte Rinde an sicherer Stelle trocknen lassen.