Martini

Namensfest des heiligen Martin von Tours Der 11. November – der Martinstag oder Martini – war ein historisch wichtiger Brauch-, Rechts- und Wirtschaftstermin im bäuerlichen Arbeitsjahr, verbunden mit dem Ende des Wirtschaftsjahres und dem Beginn des sechswöchigen Adventfastens bis Weihnachten („alter Advent“).

Zu Martini begannen und endeten Dienstverhältnisse, Pacht-, Zins- und Besoldungsfristen. Auch in Dornbirn war der Martinitag bis nach 1900 ein sogenannter „Zinstag“. An diesem Tag zahlten die Schuldner ihren Zins. Pünktliche Zahler erhielten den sogenannten „Zinsgroschen“ zurück, das war ein Teil des Zinsbetrages, in der Regel ca. 5 % der zu bezahlenden Zinsen. Andere Zinstage waren Lichtmess (2. Februar), Georgi (23. April) und Jakobi (25. Juli).

Auch wurde in Dornbirn-Markt zu Martini das Patrozinium gefeiert. An diesem Tag ruhte die bäuerliche Arbeit, es gab Feste zu Hause und auf allgemeinen Unterhaltungen. In vielen Regionen Deutschlands, Österreichs, der Schweiz sowie in Südtirol sind Umzüge zum Martinstag üblich. Die ehemalig übliche Lichterprozession ist zu einem Kinderbrauch mit Laternenumzug geworden. Heute ist auch das „Martiniganslessen“ noch gern gepflogener Brauch. Martini gilt auch als Beginn des Faschings (11. 11. um 11 Uhr 11).