Muttertag

Der Muttertag geht zurück auf den Mothering Sunday.
Es handelt sich um einen in England abgehaltenen (geistlichen und weltlichen) Familien-Besuchstag.


Um 1910 wurde dieser Feiertag nach Amerika „exportiert“. In den USA ging der Mothers Day auf die Initiative von Miss Ann Jarvis zurück. Am 12. Mai 1907 rief sie ein „mother's Day Meeting“ zusammen, woran sich ein Aufruf zum „general memorial day of all mothers“ anknüpfte.

Bereits 1920 kam dieser Brauch in nunmehr säkularisierte Form wieder nach Europa, in Schweden bereits 1919, in Italien und Deutschland 1922 nachgewiesen.

Nach Österreich gelangte der Brauch 1924 durch die Frau des damaligen Bundespräsidenten Dr. Michael Heinisch und war allerdings zuerst nur in den Städten verbreitet. Der Festtag setzte aber den Bestand einer (Klein-) Familie voraus sowie eine bestimmte Arbeitsverteilung und Aufteilung der Rechte und Pflichten voraus. Diese Pflichtenverteilung fand im Mutterkult des nationalsozialistischen Großdeutschland ihre Hochblüte.

Der Brauch, der 1932 in den Großstädten Deutschlands bereits bekannt war, wurde durch die Propaganda im Dritten Reich sehr stark aufgewertet. Veranstaltungen mit der Überreichung des Mutterkreuzes für kinderreiche Mütter bildeten dabei den Höhepunkt. Zögernd, aber beharrlich verbreitete sich der Brauch so bis in die entlegensten Dörfer und Orte.