Silvester

Der Name Silvester ist lateinischen Ursprungs und bedeutet „Waldbewohner“ oder „der zum Wald Gehörende“. Darüber hinaus ist Silvester auch der Name eines bedeutenden Papstes, der die Kirche im 4. Jahrhundert maßgeblich prägte - nämlich Papst Silvester I. (314-335). Er verstarb am 31.Dezember 335 in Rom. Zum Gedenken wurde der letzte Tag im Jahr nach dem Sterbetag benannt.

Ein guter Rutsch

Kommt vermutlich vom hebräischen Namen des jüdischen Neujahrsfestes „Rosch Hashana“ und bedeutet „Kopf oder Anfang des Jahres“ Andere Quellen führen den Begriff „Rosch“ auf das Rotwelsche – einer Gaunersprache - zurück, hier bedeutet es „Anfang“ Prosit Neujahr Lateinisch: „Es möge gelingen“. Feuerwerk Schrecken verbreiten, Lärm schlagen und Krach machen gehört zum ältesten Brauchtum in der Silvesternacht und an Neujahr.

In alten Zeiten begingen die Germanen nach der Wintersonnenwende die Rauhnächte. Das von Aberglauben bestimmte Lärmen und Treiben in diesen Nächten hatte die Bedeutung der Vertreibung böser Geister. Die Germanen benutzten Rasseln, Peitschen und Dreschflegel als Lärminstrumente. Im Mittelalter und auch noch später waren es Kirchengeläut, Pauken und Trompeten. Das Schießen mit Böllern und Gewehren oder aus der Kanone kam mit der Verbreitung des Schwarzpulvers im Zeitalter der Renaissance auf. Besonders der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. war für seine gigantischen Feuerwerksspektakel bekannt.

Orakelbräuche

Bleigießen (auch Zinn oder Bienenwachs)
Das Bleigießen ist ein Orakel- und Mantik(Wahrsage)-Brauchtum, das heute vorwiegend in wenig ernster Weise am Silvesterabend praktiziert wird. Es war aber schon bei den alten Römern verbreitet, die als erstes Volk in größerem Maßstab die Bleiverhüttung betrieben. Bleistücke (besser Zinnstückchen) werden in einem Löffel über einer Kerze oder einem anderen kleinen Feuer erhitzt, bis sie gerade eben geschmolzen sind. Das geschmolzene Metall wird sofort in eine bereitgestellte Schüssel mit kaltem Wasser gegossen, wo es sofort zu bizarren Formen erstarrt. Die Gestalt der "ergossenen" Bleistücke soll Voraussagen für die Zukunft ermöglichen. Den handelsüblichen Silvesterblei-Packungen sind Bedeutungslisten beigegeben, die Hinweise zur Interpretation geben (z.B. Herz = sich verlieben; Blumen = neue Freundschaft). Manchmal wird das Blei auch vor ein Licht gehalten und die Weissagung wird aus den wechselnden Schattenbildern abgeleitet.

Gummibärchen-Orakel
5 Gummibären darf sich mit verschlossenen Augen jeder aus der Packung fischen. Die jeweilige Farbe des Bärchens hat dann seine eigene Bedeutung. Rot steht für die Liebe, Gelb für Ehrgeiz, Grün für Vertrauen etc.; Jedem bleibt es selbst überlassen, welche Deutung er in welche Farbe hineinlegt.

„Schwein haben“
diese Redewendung kann man auf mittelalterliches Schützenfest zurück führen. Hierbei war es tröstend, dass es für den schlechtesten Schützen einen Trostpreis gab. Der letzte Platz brachte zwar Spott ein, jedoch das unverdiente Glück, doch etwas Essbares mit Heim nehmen zu dürfen. In der Regel war das ein Schwein, das er unter dem Hohn und Spott seiner lieben Mitmenschen durch das Dorf nach Hause treiben musste. Dieser Vorgang dürfte im Übrigen die Vorlage für den heute nur im übertragenen Sinn verstandenen Spruch hergeben, wonach jemand die Sau durch das Dorf getrieben habe.

Das unverdiente Glück, das durch das Glücksschwein ausgedrückt wird, stammt möglicherweise von einem alten Kartenspiel her: Hier wurde das As „Sau” genannt und diese war auch auf der Karte abgebildet. Das Glücksschwein gilt von alters her als Fruchtbarkeitssymbol und Glücksbringer.

Zu Neujahr sollte man einen Schweinsrüssel oder zumindest Schweinefleisch essen, damit man im kommenden Jahr Glück hat, so der Volksglaube. Früher gab es nur selten Fleisch zu essen. Wer ein Schwein hatte, wurde meist schon als reich und glücklich angesehen.

Hufeisen
Es wurde zum Glücksbringer, weil es die Form des aufgehenden Mondes hat. Eine weitere Deutung geht auf den heiligen Dunstan von Canterbury zurück, der ein geschickter Hufschmied war. Einst sollte er des Teufels Huf beschlagen, und dabei schlug er so fest zu, dass der Teufel um Gnade winselte. Der Heilige hörte aber mit dem Hämmern erst auf, nachdem der Teufel versprochen hatte, alle jene zu verschonen, die ein Hufeisen tragen.

Der Glaube an die Kraft des Hufeisens, Böses abzuweisen und Glück zu bringen, ist in der ganzen Welt verbreitet, vor allem im deutschen Sprachraum, und hier speziell im lutherischen Norden. Das Hufeisen muss mit der Öffnung nach unten gehalten werden, damit das Glück auslaufen, sich verbreiten kann. Ein andere Aberglaube besagt jedoch, man müsse das Hufeisen mit der Öffnung stets nach oben hängen, damit das Glück nicht verloren geht!
Hufeisen müssen gefunden werden, man darf sie nicht suchen. Sind zumindest noch drei Hufnägel daran erhalten, so bedeutet das besonderes Glück. Im Hause wird das Hufeisen meist über der Schwelle der Haustür angebracht oder aber an einer Haus-, Stall- oder Stubentür oder an einem Deckenbalken. Und dies meist am Silvesterabend, in der Johannisnacht oder am Karsamstag.

Fliegenpilz
Als Glückspilz wird der rote Fliegenpilz angesehen. Viele Sagen der Germanen deuten auf eine tiefe Verehrung des Fliegenpilzes hin. So wird geschildert, dass Wotan, der germanische Gott der Extase und der Erkenntnis, für die Entstehung der Fliegenpilze zuständig sei. Der Sage nach reitet Wotan nebst Gefolge zur Wintersonnenwende durch die Wolken. Immer dort, wo der Geifer seines Pferdes auf die Erde fällt, sollen dann neun Monate später Fliegenpilze aus dem Boden sprießen.

Der Volksglaube bringt den Fliegenpilz stets mit Hexen und Zauberern in Verbindung, und entsprechend dem Anlass mit Vergnügen oder Abscheu, je nachdem ob ihre Dienste benötigt wurden oder ihnen erlittenes Übel zugeschrieben wurde.

Glücksklee
Ein dreiblättriges Kleeblatt ist Normalität. Ein vierblättriges - genau wie das Glück - etwas sehr außergewöhnliches, man muss lange Ausschau halten, bis man eines findet.

Glück bringt es aber nur, wenn man es verschenkt und es muss zuvor ohne zu Suchen gefunden werden! Es soll vor Zauber und Hexen schützen, und es soll "hellsichtig" machen, seinen Besitzer das wahre Wesen einer Sache oder Person erkennen lassen. Unter das Kopfkissen gelegt zeige es den Mädchen im Schlaf ihren Zukünftigen.

Wenn es ohne Wissen des Priesters unter einem Altartuch versteckt und dann dreimal die Messe über ihm gelesen wurde, helfe es gegen fast alles, auch gegen Hieb- und Stichwunden und gegen Blitz. Es sei Glück verheißend, weil es jedes Heil vervielfältigt, und die frommen Christen erinnere es an das Kreuz und seine Verheißung der Auferstehung.

Marienkäfer
Auch Glückskäfer genannt. Als solcher gilt er, seit er im Mittelalter der Gottesmutter Maria geweiht worden ist, von jener er auch seinen Namen hat. Unglück soll es hingegen bringen, wenn man dem Marienkäfer etwas antut oder ihn sogar tötet. Ist er rot, hat 7 Punkte am Rücken, soll er Hexen und Unglück bannen. Die Zahl 7 ist eine der höchsten und allgemeinen Glückszahlen.

Schornsteinfeger (Rauchfangkehrer)
Einem Schornsteinfeger zu begegnen, bedeutet Glück. Einen seiner Knöpfe zu berühren noch viel mehr. Denn früher war man froh den guten Mann zu begegnen, damit er den Kamin kehrt. Brach einst ein Feuer aus in den alten Holzhäusern, brannte meist das halbe Dorf nieder. Daher brachte der Rauchfangkehrer einst wirklich Glück wenn man ihn in sein Haus zog.

Oder: Dem Schornsteinfeger, der wegen seiner schwarzen Kleidung an den Teufel erinnere, wurde die Fähigkeit zugeschrieben, den Teufel selbst oder mit seiner Hilfe andere Geister zu bannen. Seither gilt er als Glücksbringer und der von ihm mitgebrachte Ruß als besonderer Schutz gegen Gefahren oder vor Krankheiten. Seine Rolle als Glücksbringer zu Neujahr geht auch darauf zurück, dass die Schornsteinfeger traditionell zu diesem Termin ihre Jahresrechnung legten, und aus diesem Anlass vielfach als erste Gratulanten auftraten.

Der Schornsteinfeger, der übrigens nicht nur zu Neujahr als Glücksbringer gilt, ist nur da nötig, wo der Schornstein (schon) raucht. Man sieht ihn gerne, weil sein Erscheinen auf den Wohlstand der Besuchten schließen lässt.

Ein anderer Grund für die Deutung des Schornsteinfegers als Glücksbringer liegt darin, dass früher die Schornsteinfegergesellen zu Neujahr die Jahresrechnung in den Häusern einkassierten und unter Glückwünschen Gaben für sich sammelten. Sie überreichten dabei bis in die jüngste Zeit ein Kalenderblatt, das einen Glückwunsch enthielt. So waren die Schornsteinfeger die ersten Neujahrsgratulanten.

Aus dem Rückschluss, dass dort, wo der Schornsteinfeger - auch nur symbolisch als Geschenkebringer - auftaucht, er auch Glück bringt, wird er zum Glücksbringer. Dornbirn Wer am Sylvestermorgen zuletzt aufsteht oder an seine Arbeitstätte kommt, heißt für das kommende Jahr der „Sylvester“, Wer aber zuerst aufseht ist der „Stubenhund“. Sylvesterabend Schulkinder zogen von Haus zu Haus um das Neujahr anzusagen und anzuwünschen. Die „Awüscher“ wurden mit einer kleinen Gabe bedacht. Liedchen Wir kommen daher aus aller Gefahr Und wünschen dem Herrn ein gutes neus Jahr Ein gutes neus Jahr, eine fröhliche Zeit Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Am Neujahr hüten sich ängstliche Leute, zuerst einem alten Weib zu begegnen, denn das bringt Unglück.Um Mitternacht kurz Lichtlöschen um mit dem neuerlichen Einschalten den Beginn des Neujahres anzuzeigen Ich wüsch dior a guots nöüs Johr Dass lang leabascht und gsundbliobscht und wennd schtirbscht in Himmel kusch A guats nöüs johr An kübol voll hoor An kübol voll speack Und s alte ischt weack!