Sternsingen

Das Sternsingen um den Dreikönigstag (Epiphania Domini, 6. Jänner, alter Jahresbeginn) ist ein seit alters her ausgeübter Heische(Bettel-)brauch in der Tradition des Neujahrssingens der (Kloster-)Schulen.

Erste urkundliche Erwähnungen finden sich um die Mitte des 15. Jahrhunderts im bayerisch-salzburgischen Alpen- und Voralpenraum. Als zu dieser Zeit die Verehrung der Heiligen Drei Könige ihren Höhepunkt erreicht hatte, begannen die bis dahin sehr verbreiteten Neujahrssinger in die Rollen von Caspar, Melchior und Balthasar zu schlüpfen. Das Sternsingen diente bereits damals dazu, die Not der Menschen zu lindern. So suchten 1569 vier Schiffsleute aus Laufen/Salzach um die Erlaubnis zum Sternsingen an, „damit sy sich auch diesen wintter hinumb sambt Ihren weibern und armen unerzogenen khindlein desto leichter erhalten mechten“.

Die Sternsinger oder Dreikönigssinger sangen sich über die Jahrhunderte in die Herzen der Menschen. Früher galt der Dreikönigssegen als Schutz gegen „Zauberey“, geweihtes Dreikönigswasser wurde gegen Krankheiten verabreicht und auf die Felder gesprengt. Die Katholische Jungschar hat 1955 das Sternsingen aufgegriffen, um „ein Motorrad für die Mission“ zu finanzieren. Heute wird die Aktion in nahezu allen Pfarren durchgeführt und ist die größte Solidaritätsaktion Österreichs für Menschen in der „Dritten Welt“.