Das Bild

1895 legte Josef Huber den Gemeindeverantwortlichen einen Entwurf zur Gestaltung der Fassade der St. Martins-Kirche vor. Die Thematik "Die vier letzten Dinge" sollte ihn auch in den kommenden Jahren beschäftigen, denn in späteren Werken malte Huber immer wieder Details aus der einstigen Skizze, so zum Beispiel in den Bildern "Engel des Gerichts" (1897) oder "Die Religion" (1906). Der Erstentwurf enthielt bereits alle Elemente, die 1923 als Monumentalbild für das Kriegerdenkmal ausgeführt werden sollten.

Tod

Die Gruppe des Todes wird durch eine große Schar von Soldaten in unterschiedlichen Uniformen der k.k. Armee dargestellt. Die Soldaten tragen zwei Regimentsfahnen (gelb mit roter Flammenbordüre und Doppeladler) . Die Darstellung ist allgemein gehalten, da die Fahne(n) stellvertretend für alle Regimenter dienen sollten. Die Kriegergruppe wird vom Hl. Georg, ihrem Schutzpatron, geleitet, der das Kreuzesbanner trägt. Auch Verwundete, Witwen und Waisen sind in der Menge zu erkennen. Eine neue ikonografische Betrachtung deutet diese Figur als Jeanne d’Arc Über ihnen schweben drei Flügelfiguren, Genien genannt. Sie symbolisieren den Tod. Zwei von ihnen tragen einen Siegeskranz und einen Palmwedel. Der Palmwedel als römisches Zeichen des Sieges wurde vom Christentum übernommen und gilt im Christentum und Judentum als Symbol des ewigen Lebens und der Auferstehung. Daher findet er sich unter anderem häufig - einzeln oder aber mit zwei gekreuzten Wedeln - auf Todesanzeigen, Trauerschleifen und Grabsteinen.

Soldaten mit Regimentsfahnen

Hl. Georg

Drei Genien

Himmel

Die Darstellung des Himmels versuchte Huber=Feldkirch durch einen mit Pilastern geschmückten lichten Raum zu versinnbildlichen. In diesem Raum sind Maria mit dem Jesuskind und hinter ihr der Hl. Josef – Vorarlbergs Landespatron – gruppiert. Vor dieser Gruppe kniet St. Martin, der Patron der Stadtpfarrkirche, als Fürbitter für die heran nahenden Gefallenen, auf die er mit der rechten Hand hinweist.

Vorarlbergs Landespatron: der Hl. Josef

Hl. Martin

Jüngstes Gericht

Die Bildmitte dieses Abschnittes nimmt die Darstellung Christus als Weltenrichters ein. Die Figur ist in einem mit Kassettengewölbe reich geschmückten kirchenähnlichen Raum platziert. In der Apsis ist das griechische Jesusmonogramm zu erkennen, ebenso wie eine allegorische Darstellung zweier Hirsche, die aus einer Quelle trinken. In der christlichen Ikonographie wird der Hirsch sowohl als in Symbol für Christus angesehen als auch für die Apostel bzw. die gläubigen „Jünger“ und für den Akt der Taufe. Die entscheidende Stelle für die christliche Interpretation des Hirschs bildet Psalm 42: „Wie es den Hirsch nach dem Wasser der Quelle dürstet, so verlangt meine Seele nach dir, o Gott!“

Hölle

Huber = Feldkirch stellt den Bereich der Hölle in drei Themenkreisen dar: In der Höhe der Kampf der Engel mit den abgefallenen Geistern, weiters durch den Kampf des Erzengels Michael mit dem höllischen Drachen und durch verschiedene Männergestalten im Vordergrund.

Dabei handelt es sich um geschichtliche Persönlichkeiten, die sich entweder theologisch, dichterisch oder malerisch mit dem Problemkreis “Hölle“ auseinander gesetzt haben.

Johannes Chrysostomos
(* 349 oder 344 in Antiochia am Orontes; † 14. September 407 in Comana Pontica) war Erzbischof von Konstantinopel und gilt als einer der größten christlichen Prediger. >>

Augustinus von Hippo
(* 13. November 354 in Tagaste, auch: Thagaste, in Numidien, † 28. August 430 in Hippo) ist einer der bedeutendsten christlichen Kirchenlehrer und ein wichtiger Philosoph an der Epochenschwelle zwischen Antike und Mittelalter.

Hieronymus
Sophronius Eusebius Hieronymus (* 347 in Stridon, Dalmatien, † 30. September 420 in Betlehem) war Kirchenvater, Heiliger, Gelehrter und Theologe der alten Kirche.

Michelangelo
Buonarroti oft nur Michelangelo (vollständiger Name: Michelangelo di Lodovico Buonarroti Simoni; * 6. März1475 in Caprese, Toskana † 18. Februar 1564 in Rom), war ein italienischer Maler, Bildhauer, Architekt und Dichter.

Dante Alighieri
(* Mai oder Juni 1265 in Florenz; † 14. September 1321 in Ravenna) war ein italienischer Dichter und Philosoph. Er ist der bekannteste Dichter Italiens und gilt als einer der bedeutendsten Dichter des europäischen Mittelalters.

Francisco Suárez
(* 5. Jänner 1548 in Granada, † 25. September 1617 in Lissabon.) Als Sohn eines Rechtsanwalts studierte er zunächst Jura, dann Theologie. Bereits mit 16 Jahren trat er in den Jesuitenorden ein und arbeitete als Dozent am konventseigenen Kolleg in Segovia.

Luca Signorelli
(* wahrscheinlich 1441 zu Cortona; † 16. Oktober 1523 ebenda) war ein italienischer Maler und Hauptmeister der florentinischen Schule.

Hans Memling
(* zwischen 1433 und 1440 in Seligenstadt; † 11. August 1494 in Brügge) auch Jan van Mimmelynghe, Johannes Memmelinc oder Memlinc, falsch auch Hemling, war ein deutscher Maler der niederländischen Schule.

Albrecht Dürer
der Jüngere auch Duerer, (* 21. Mai 1471 in Nürnberg; † 6. April 1528 in Nürnberg) war ein deutscher Maler, Grafiker, Mathematiker und Kunsttheoretiker von europäischem Rang. Er war ein bedeutender Künstler zur Zeit des Humanismus und der Reformation.

John Milton
(* 9. Dezember 1608 in London; † 8. November 1674 in Bunhill bei London) war ein englischer Dichter und Staatsphilosoph, dessen Schriften zu seiner Zeit und noch darüber hinaus von außerordentlichem Einfluss waren.

Peter Paul Rubens
(* 28. oder 29. Juni 1577 in Siegen; † 30. Mai 1640 in Antwerpen) auch Pieter Pauwel Rubens oder Petrus Paulus Rubens, war einer der bekanntesten Maler des Barock und Diplomat der spanisch-habsburgischen Krone flämischer Herkunft.

Friedrich Gottlieb Klopstock
(* 2. Juli 1724 in Quedlinburg; † 14. März 1803 in Hamburg) war ein deutscher Dichter.

Peter von Cornelius
(* 23. September 1783 in Düsseldorf; † 6. März 1867 in Berlin) war ein deutscher Maler.

Chrysostomos

Augustinus

Hyronimus

Michelangelo

Dante

Suarez

Signorelli

Dürer

Memling

Milton

Klopstock

Rubens

Korn

Memling