Arbeitsanzug des Ernst Ulmer (1903-1983)

Ein klassischer blauer Arbeitsanzug aus Fischgratköper mit der Dreihammermarke als Firmenemblem, das sich vom Wappen der Familie Hämmerle ableitet, fand im Sommer 2009 Eingang in die Textilsammlung des Stadtmuseums Dornbirn. Zeugnis von vergangener Arbeitswelt gebend, passt das Objekt hervorragend ins Sammlungskonzept des Stadtmuseums. Ernst Ulmer, der Besitzer und wohl auch Träger, arbeitete von 1921 bis 1968 bei F.M. Hämmerle.

„Die erbarmungslose Härte von einst ist aus diesem Reich der Industrie gewichen. Man sieht auch kein „Sklavengewand“ mehr. Die Mädchen tragen modische Schürzen, adrette Overalls, zartes Schuhwerk und Frisuren nach dem letzten Schrei“, will uns der Schreiber in der Firmenschrift „125 Jahre F.M. Hämmerle 1836-1961“ weismachen. Und weiter heißt es: „Freilich handelt es sich nicht um jene Arbeit im Schweiß des Angesichtes, von dem die Bibel spricht. Die schwere körperliche Plage wurde dem Menschen weitgehend von der Maschine abgenommen. Heute ist der Arbeiter fast nur noch dort beschäftigt, wo er sich dem mechanischen Roboter aus Metall überlegen fühlen kann.“

1961 – zum 125-jährigen Firmenjubiläum – arbeiteten 1430 Menschen in den Webereien Sägen, Eulental und Mittebrunnen, was in etwa der Hälfte der gesamten Belegschaft des Unternehmens entsprach. Ein einziger Weber bediente eine Vielzahl von Automatenwebstühlen und erzeugte im Idealfall mehrere 100 Laufmeter Gewebe in der Stunde. Auf 1411 Webstühlen wurden 1960 21 Mio. Quadratmeter Gewebe, vorwiegend für Kleider, Hemden, Pyjamas, Blusen, Regenmäntel, Bettzeug und technische Zwecke erzeugt. Zwei Drittel davon waren garngewebte Buntgewebe, der Rest gefärbte oder gebleichte Stoffe.

Schenkung von DI Anton und Maria Ulmer, Dornbirn