Ein Füllhorn des Dornbirner Männerchors von 1860

Füll- bzw. Trinkhorn mit der Widmung „Zum Andenken vom Gründer des Männerchors von Dornbirn am 19. Februar 1860“

In der Gedenkschrift zur Feier des 25-jährigen Bestehens des Männerchors (sowie der Orchester-Gesellschaft) zu Dornbirn ist über die Anfänge des Männerchores nachzulesen: Von 1853 bis 1856 fanden sich „neun ledige, hoffnungsvolle Individuen“, die sich bei munterem Beisammensein am Silversterabend den Namen „Frohsinn“ verpasst hatten, unter der Leitung des Herrn Senn zu den Mittwoch und Samstag im Hirschen stattfindenden Proben ein.

„Theils durch die Lauheit der Mitglieder, theils aus anderen Gründen trat in der Pflege des Gesanges eine Unterbrechung von 1856-1858 ein, in welchem Jahre aber schon angespornt durch die Herren Großrubatscher, Eduard Rhomberg, Carl Rhomberg, Prantner und Franz Martignoni sich circa 120 Männer im Gemeindehause einfanden, denen die Stimmen geprüft und von welchen die tauglich Befundenen unter Prantner zuerst im Hirschen, später im Kreuz eifrig singen lernten.“

1859 entstand der neue Verein und nannte sich auf Vorschlag von Carl Rhomberg „Männerchor Dornbirn“. Der Chor, dessen Vorstand August Rhomberg war, bestand zu dieser Zeit aus 40 Sängern, die eine Aufnahmsprüfung zu bestehen hatten, „welche eine wenigstens die Anfangsgründe übersteigende, musikalische Befähigung constatirt“.

Am 19. Februar 1860, dem Tag, mit welchem das Füllhorn datiert ist, fand eine Schlittenfahrt zum Gasthof Engel an die Achbrücke bei Bregenz statt, an der sich nebst den Sängern eine große Zahl Gäste beteiligte; nach der Rückkehr fand eine Tanzunterhaltung im Kreuz statt. Man sieht, das Füllhorn hatte nicht nur eine symbolische Bedeutung als Glückszeichen, sondern musste auch durchaus trinkfestem Gebrauch standhalten... Inv.Nr.: 6-212-0-0-9

Geschenk von Evi und Sepp Huschle, Dornbirn