Fächer des Männerchor-Kränzchens 1909 und Leporello von 1881 als Tanzkarten

Die den Besucherinnen zu Beginn eines Balles überreichten Damenspenden erfüllten gleichzeitig die Funktion einer Tanzkarte.

Darunter versteht man laut der Oekonomischen Enzyklopädie von J. G. Krünitz (1773-1858) einen Zettel, worauf die Tänze, die auf einem Balle aufgeführt werden sollen, verzeichnet stehen, so daß jeder Tänzer wissen kann, welche Tänze vorkommen, um dazu seine Dame vorzubereiten, damit sie auf den Tanz, den er mit ihr zu tanzen wünscht, ihre Hand nicht einem Anderen zusagt.

Anders als heute, erschienen die jungen Mädchen oder Damen in Begleitung ihrer Eltern oder einer Anstandsdame am Ball und hofften auf die verschiedensten Tanzpartner. Durch Pflicht oder Neigung veranlasste Herren baten nun die Dame um Reservierung bestimmter in der Tanzordnung angekündigter Tänze, was auch in die Tanzkarte eingetragen werden konnte.

Neben ihrer praktischen Rolle erhielten diese Objekte somit auch einen persönlichen Erinnerungswert und stellen heute als Gattung von „Luxuspapier“ ein beliebtes Sammelgebiet dar.

Das Stadtmuseum bedankt sich bei Dr. Eva Maria und Dr. Gottfried Waibel für diese Schenkung!