Zur Wirtshauskultur in Dornbirn

Bummerlzähler, Brezelständer und Schnapsbudel vom Gasthaus Rebstock - Gasthäuser und Wirtschaften wie der Rebstock in der Kehlerstraße 51 sind prägend für das Stadtbild, fördern neben der Versorgung des Leibes auch das psychische Wohl und die Geselligkeit und dienen quasi als Verlängerung der privaten Wohnstube.

Im halböffentlichen Raum des Wirtshauses trafen sich aber auch Stammtischrunden, Vereine, politische Gesinnungsfreunde und dank der Kegelbahn auch solche, die, mehr oder weniger sportlich, diesem Freizeitvergnügen nachgingen.

Außer dem alten Wirtshausschild konnte das Stadtmuseum aus der ehemaligen Gaststube den Schankbereich mit einer Sitzecke inklusive Beleuchtung sowie etliche Kleinobjekte und Ausstattungsteile übernehmen und kann damit, neben fotografischen Aufnahmen, Teile der Wirtshausrealität der 1950er Jahre nachstellen

.Bevor Resopal und Toast Hawai Einzug hielten und italienische und chinesische Konkurrenz eine andere Wirtshauskultur aufkommen ließ…

Bummerlzähler
Das, was sich mittlerweile auch als „app²bummerl“ aufs Smartphone laden lässt, gilt in seiner physischen Form als typisches Wirtshausaccessoire und erlaubt, durch Verschieben der Holzkugeln den aktuellen Spielstand beim Schnapsen abzulesen. So wurde also nicht nur das landestypische Jassen, sondern auch das Schnapsen als Kartenspiel im Rebstock gepflegt. Der Name Schnapsen, der sich ja von „Schnappen“, d.h. mit Trumpf stechen, ableiten soll, lässt sich auch so erklären, dass häufig um Getränke wie Schnaps gespielt wurde. Dazu passend ist das andere Objekt, der „Schnapsbudel“, aus dem der Schnaps direkt (ohne Glas) getrunken wurde.

Das Stadtmuseum bedankt sich sehr herzlich bei Frau Stoffleth für diese großzügige Schenkung!