Ölberggruppe und Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges
Alois Reich

1908/1922
Lindenholz / lackiert
Friedhof Dornbirn Hatlerdorf
steht unter Denkmalschutz

Kriegerdenkmäler gehören in fast allen Teilnehmerstaaten des Ersten Weltkrieges zum öffentlichen Erscheinungsbild. Sie befinden sich meistens im Ortszentrum, bei den Kirchen oder auf den Friedhöfen. Der Bildhauer Alois Reich hat für das Kriegerdenkmal auf dem Friedhof Hatlerdorf zur bereits bestehenden Ölberggruppe aus dem Jahr 1908 eine Figur über einen Sarkophag geschaffen, die an Allerseelen 1922 zusammen mit der neuen Kirchenglocke feierlich eingeweiht wurde.

Das zweiteilige Denkmal ist in einer Nische platziert. Im unteren Bereich sind links und rechts je eine Marmortafel mit den Namen der 125 Hatlerdorfer Männer, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind, angebracht. Auch der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges wird mit einer eigenen Tafel gedacht. Zwischen den Platten hat der Bildhauer einen Kriegersarkophag positioniert. Auf diesem sitzt ein Genius, der ein Buch und einen Stift in den Händen hält. Um ihn sind einige Requisiten von Soldaten zu sehen, wie Helm, Tornister, Gewehr, Bajonett, Patronentaschen, Feldspaten und Mörser. Am Sarg ist ein Schild mit der Abbildung eines Löwen angebracht, der als Symbol der Tapferkeit der Soldaten zu interpretieren ist.

Der obere Teil des Denkmals ist die sogenannte Ölberggruppe. Alois Reich hat hier ein kulissenartiges Arrangement, ganz im traditionellen Sinne geschaffen. Der Künstler hat einen Teil der biblischen Szene ausgewählt, in der Jesus mit seinen Jüngern in der Nacht vor seiner Kreuzigung im Garten Gethsemane betet. Neben Jesus sind die schlafenden Jünger Petrus, Johannes, Jakobus versammelt. Der Engel, der über der Figurengruppe schwebt, hält einen Kelch als Symbol für das Gebet. Er stärkt Jesus in seiner Angst. Die bereits vorhanden gewesene Szene passt zum Gesamtthema, denn sie soll auf die christliche Erlösung der Soldaten, die im Krieg gefallen sind, hinweisen.

Alois Reich, geb. 1865 in Bizau, gestorben 1948 in Bregenz stammte aus einer künstlerisch tätigen Familie. Bevor Alois Reich die Akademie in München besuchte, hatte er bei seinem Onkel Anton Rüscher eine Bildhauerlehre absolviert, in dessen Werkstatt er auch nach seinem Studium in München tätig war. Ab 1899 zog der Bregenzerwälder in die Landeshauptstadt und blieb dort für den Rest seines Lebens. Der Bildhauer schuf zahlreiche Werke, die in Kirchen, vor allem im Bregenzerwald, präsent sind. Neben dem Kriegerdenkmal im Dornbirner Hatlerdorf gestaltete er noch weitere Kriegerdenkmäler, wie etwa jene in Satteins, Hohenweiler oder Batschuns.

Fotos (c) Stadtmuseum Dornbirn