Angelika Kaufmann
Zeitzifferntücher
1989
230 x 410 (je 74 x 45) cm
HTBLVA, Aula

Die Wandgestaltung Angelika Kaufmanns umfasst zweimal 27 Arbeitshandtücher, die unterschiedlich koloriert wurden und somit in Kombination mit den Ziffern die Arbeit der ca. 150 Menschen, die am Neubau der Höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Textilindustrie beteiligt waren, darstellen.

Die Künstlerin beschreibt ihre Arbeit wie folgt: „Thematisierung: ca. 150 Menschen sind am Bau ca 2 ½ Jahre tätig gewesen. Daraus ergeben sich pro Person 565 Arbeitstage (abgerechnet arbeitsfreie Tage und Urlaube). Diese Tage scheinen in Ziffern, in verschiedenen Farben, von 1 bis 565 (visualisiert für jede Person) auf. Daraus ergibt sich eine Gesamtsumme von 84.750 Tagen. Arbeitstagen. Diese Arbeit erhebt keinen Anspruch auf dokumentarische Genauigkeit – sie basiert auf künstlerisch umgesetzter Approximation.“

Angelika Kaufmann wurde 1935 in St. Ruprecht bei Villach geboren. Sie studierte von 1953 bis 1958 an der Hochschule für angewandte Künste in Wien und besuchte 1964 bis 1965 die Akademie der Schönen Künste in Krakau. Angelika Kaufmann hat verschiedene Ausstellungen im In- und Ausland und ist seit 1970 unter anderem als Illustratorin für Kinderbücher tätig.

Der Kunstbeirat hatte ursprünglich die Absicht, neben den Zeitzifferntücher von Angelika Kaufmann und der Skulptur von Werner Würtinger „einen Filzanzug von (Joseph) Beuys für die Textilschule in Dornbirn anzukaufen. Recherchen haben jedoch ergeben, daß dieses Beuys-Multiple unverhältnismäßig teuer gewesen wäre. (…) Außerdem hätte dieser Ankauf den Beirat ohne Zweifel neuerlich mit dem Problem konfrontiert, daß ein solches Kunstwerk naturgemäß nicht „fest“ mit dem Bau verbunden werden kann, d.h. eine der Grundbedingungen für „Kunst am Bau“ wäre nicht erfüllt gewesen.“