Carl Lampert Kapelle
1958
Pfarrkirche St. Martin, Südseite

Die Carl Lampert Kapelle, die sich an der Südseite der Kirche St. Martin befindet, wurde 1958 ursprünglich als Taufkapelle errichtet, welche durch die vom Bregenzer Künstler Fritz Pfister komponierte Wand aus Glasbausteinen einen auffallenden, farbigen Akzent erhielt.

1999 wurde die Kapelle nach Plänen des Architekten Wolfgang Ritsch modernisiert. Von ihm stammen auch das Glaskreuz, der Altar und der Ambo. Für die künstlerische Gestaltung war Franz Gassner zuständig. Er entwarf auch den Gobelin an der Altarwand, welcher eine reduzierte Darstellung der Bibelstelle „Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen“ zeigt.
Dem Eingangsbereich der Kapelle wurde ein Glaskubus vorangestellt, der Transparenz ermöglicht und zum Verweilen einladen soll. Auf den Glasflächen sind einzelne Bibelzitate in Hebräisch, Aramäisch, Griechisch angebracht.

2012 wurde die Kapelle umgestaltet und dem am 13. November 2011 selig gesprochenen NS-Widerständler Carl Lampert gewidmet. Hierfür schuf Georg Vith unter dem Titel „inter esse“ eine Installation, die in einem blauen Band Polaroids aus dem Leben des Künstlers und Texte von Carl Lampert zeigt.

Der Vorarlberger Grafiker und Maler Fritz Pfister (1924 – 1989) war nach seiner Ausbildung in der Innsbrucker Malschule von Toni Kirchmayr ab 1948 als freischaffender Künstler vielseitig tätig: als Bühnenbildner, Textil-Designer, Kunstglaser, Gebrauchsgrafiker. Ab 1968 lehrte er auch als Kunsterzieher am BG Bregenz.

Franz Gassner (*1941 in Frastanz) ist als Zeichner, Maler und Grafiker tätig. 1961 bis 1966 besuchte er die Universität für angewandte Kunst Wien. Seit 1966 ist er freischaffender Künstler und unterrichtete von 1974 bis 1991 am Gymnasium Mehrerau, Bregenz sowie von 1992 bis 2001 am BG Blumenstraße Bregenz.

Georg Vith (*1959 in Schruns) studierte von 1980 bis 1985 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Maximilian Melcher und Edelbert Köb. Vith lebt und arbeitet in Dornbirn.

 

Fotos: Günter König