Georg Malin
"H"-Würfel
1989/90
Stahl
380 x 340 x 340 cm
Stadtgarten Dornbirn

Der Liechtensteiner Künstler, Historiker und Politiker Georg Malin (* 1926) gilt als bedeutendster Bildhauer seines Landes. Er versteht Kunst im öffentlichen Raum als "Zeichen zum geistigen Gebrauch", die auf bestimmte Grundfragen hinweisen.

Seit Anfang der 1980er Jahre beschäftigt sich Georg Malin mit Schrift, die er für die großartigste Erfindung der Menschheit hält, da sie mit 26 Zeichen (in der deutschen Sprache) alles festzuhalten vermag, was der Mensch denkt, fühlt und erfährt. Diese Auseinandersetzung gilt vor allem den Elementen der Schrift - den Buchstaben - und deren Bedeutung und Form.

Das Quadrat bzw. der Würfel gilt seit jeher als Urform und als Weltsymbol schlechthin. Es lädt ein zu Meditation und Vertiefung in Materie und letzte innerweltliche Zusammenhänge. Die "Vier", zahlensymbolisch als grundlegende, unveränderliche Größe für alles, was Welt heißt, erhält in der Skulptur durch die Verbindung mit einem Sinnträger (Buchstaben) ein neues Volumen. Der "H-Würfel" wird zum Sakralsymbol. Der Würfel hebt sich ab von der Welt, steht zum Teil nur noch auf drei Füßen und auch das "T" (theos) als Gotteszeichen kommt vor.

Die Würfelform, die grundsätzlich eine erdgebundene ist, erfährt durch Georg Malins Anwendung eine schwebende Wirkung und wird somit zum Anti-Würfel.

Mehrere Firmen und Institutionen aus Liechtenstein und Vorarlberg ermöglichten 1992 diese Schenkung an die Stadt Dornbirn.