Leopold Fetz
Fatima Madonna 1951

Sgraffito Fatimakapelle, Gütle, Eingangsfassade

Die unter Denkmalschutz stehende Fatimakapelle im Gütle, 1949/50 erbaut, ist für Kunstliebhaber mehrfach interessant: Innen hat Martin Häusle die Kapelle künstlerisch ausgestaltet und die Eingangsfassade ziert ein überlebensgroßes Sgraffito der Fatima Madonna von Leopold Fetz aus dem Jahr 1951. Die Darstellung der Madonna, die ihre rechte Hand zum Gruß erhoben hat, ist auf eine einfache, grafische Formensprache reduziert. Neben ihr sind stilisierte Blumen vorhanden, was den Eindruck erweckt, als ob die Madonna unter uns weilen würde.

Auch an der Fassade vis à vis, an der Volksschule Gütle, hat Leopold Fetz ebenfalls ein Sgrfitto geschaffen, eines mit einem Mädchen, das eine Schultasche unter dem Arm hält. Ein Sgraffito wird in die noch feuchte helle Putzschicht bis auf die darunterliegende Grundierung geritzt.

Der Grafiker und Maler Leopold Fetz (1915–2012) absolvierte von 1931 bis 1934 eine Malerlehre bei Toni Kirchmayr in Innsbruck. Anschließend besuchte er von 1940 bis 1941 die Westernrieder Malschule in München. Nach dem Militärdienst und englischer Gefangenschaft kehrt er 1946 wieder nach Vorarlberg zurück. Er war von 1954 bis 1980 freiberuflich als Fachlehrer und Kunsterzieher an verschiedenen Schulen tätig. Zahlreiche Wandbilder, Sgraffiti, Bleiverglasungen und Betonfenster sowohl an öffentlichen als auch an privaten Gebäuden zeugen ab 1951 von seinem künstlerischen Können. 

 

Fotos(c)Günter König/Stadtmuseum Dornbirn