Hannes Scherling
Wandbild zum Thema Wirtschaftswunder in Dornbirn

1992
500 x 300 cm
Keimsche Mineralfarben
Wohnanlage Vogewosi Höchsterstraße 71

Ein auf den ersten Blick eher unscheinbares Wandbild ist jenes an der Fassade der Wohnanlage in der Höchsterstraße 71. Gemalt wurde es 1992 im Zuge der Renovierung des Gebäudes vom Hohenemser Künstler Hannes Scherling. Mit abstrakter Formensprache und reduzierten Farben hat er sich mit dem Thema der historischen Arbeitswelt in Dornbirn bzw. dem Wirtschaftswunder in Dornbirn auseinandergesetzt. Oben ist schematisch eine Stoffbahn dargestellt, dessen Faden in eine Spule, die sich darunter befindet, endet. Daneben ist eine weitere Spule. Dieses Ensemble soll auf die ehemalige blühende Textilindustrie Dornbirns hinweisen. Rechts neben der Spule sind Werkzeuge wie ein Hammer und ein Zahnrad zu sehen. Dies soll als ein Symbol der Industrie und des Handwerks verstanden werden. Die schematische Abbildung des Getreides links ist ein Verweis auf die Landwirtschaft in Dornbirn.Der Künstler hat sowohl symbolisch als auch kunsthistorisch auf die Zeit des Wirtschaftswunders in den 50er Jahren angespielt, denn es erscheint als ein typisches Werk aus den 50er Jahren.

Der Künstler Hannes Scherling (1922 – 1997) war als Zeichner, Maler und Lehrer tätig. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien und absolvierte von 1948 bis 1953 ein Studium und Lehramt an der Accademia di Belle Arti di Firenze. Sein Werk ist sehr vielseitig und umfasst u. a. Illustrationen von Büchern, Entwürfe für Werbeplakate, Glasmalereien, Glas- und Spiegelätzungen, grafische Arbeiten und Porträts. Er lebte und arbeitete in Hohenems, dort ist auch eine Straße nach ihm benannt. Einige Fassaden sind dort mit seinen Kunstwerken verziert. Bekannt ist vor allem seine Gestaltung des Nibelungenbrunnens mit bunten Mosaiken auf dem Hohenemser Schlossplatz.

Foto: (c) Günter König