Hubert Lampert
Do-Helix
2016
75 x 75 cm, Höhe: 13 m
Stahl-Schweißkonstruktion
Sägerbrücke

Der Götzner Künstler Hubert Lampert beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit aus natürlichen Formen – wie etwa die einer Muschel – abgeleiteten mathematischen Überlegungen zu sukzessiven Wachstumsspiralen, die einem bestimmten proportionalen Muster folgen. Grundlage seiner Experimente in der dreidimensionalen Umsetzung, die er „Wirbelwürfel“ nennt, war dabei die nach dem italienischen Mathematiker Leonardo Fibonacci (1170-1240) benannte Zahlenreihe: Zur Berechnung der Proportionen dient die ansteigende Addition von zwei Zahlen. Ausgehend von Null lautet sie: 0+1=1, 1+1=2, 1+2=3, 2+3=5, 3+5=8, 5+8=13 und so fort. Diese Reihe lässt sich unendlich weiterdenken. Für die spiralartige Skulptur in der Mitte der Sägerbrücke bedeutet dies eine Höhe von 13 Metern, der Abschluss mit der Waagrechten symbolisiert die Eins und der imaginäre Kern die Null.

Wie eine Art Doppelhelix („Do-Helix“) dreht sich die Plastik zweimal um die eigene Achse nach oben und vermittelt so eine tänzerische Linie, die das gesamte Brückenbauwerk mit einer spielerischen Leichtigkeit versieht und dennoch zentral und weithin sichtbar markiert. Zu diesem Zweck greift der Künstler in den Farbtopf und vertraut dabei auf eine starke Kontrastwirkung. Die beiden identischen Stelen, die mit einem „Drall“ versehen sich spiralförmig und ineinander gedreht nach oben schrauben, werden auf der Außenseite mit einer signalartigen gelben Lackierung versehen, während im Kern mit einem matten Schwarz eine Schattenwirkung suggeriert wird. Frei nach dem bedeutenden Maler Paul Klee hat gerade die Spirale eine richtungsweisende Bedeutung: Auf der einen Seite gibt sie den Ausschlag für das Loslösen aus dem Zentrum und auf der anderen Seite verweist sie auf ein sich steigerndes Gebundensein an ein Zentrum.

Hubert Lampert (*1953) schloss 1968 eine Werkzeugmacherlehre ab, danach ging er auf Wanderjahre und machte autodidaktische Studien. Es folgten Reisen nach Andalusien, Marokko und Griechenland. Lampert arbeitete danach bei den Ford-Werken Köln und später als Prototypenbauer in einer technisch-mechanischen Entwicklungsabteilung. Während dieser Zeit entstanden Mobiles, Installationen und Klangmaschinen. 1988 entschloss er sich zum Berufsausstieg, seither arbeitet er als freischaffender Künstler. Der Würfel, die Fibonacci-Reihe und Codierungen werden in seinen Atelierarbeiten thematisiert. Im öffentlichen Raum realisierte Lampert ortsspezifische Objekte und konzeptionelle Interventionen.