Martin Häusle
Kreuzweg
1958
Fresko über zwei Wände
90 x 170 cm
Fatimakapelle, Gütle

In der 1949/1950 erbauten Fatimakapelle sind zwei Werke des Feldkircher Künstlers Martin Häusle zu finden: eine aus Ton gebrannte Gemäldekomposition über dem Altar und ein Kreuzweg in Form eines Freskos in der Seitenkapelle.
Die stark farbigen Bilder aus der Kreuzweggeschichte setzen in der Seitenkapelle unterhalb der Decke an und erstrecken sich über zwei Wände. Die einzelnen Szenen sind rot eingefasst und zeichnen sich innerhalb der Figurengruppen durch klare Konturen aus. Das bestehende Dreinagelkreuz aus dem 18. Jahrhundert wurde durch den Künstler zu einem integrierenden Bestandteil seiner Komposition gemacht.

Hinweis: An der Eingangsfassade der Kapelle befindet sich ein Sgraffito einer Fatima-Madonna von Leopold Fetz (1951).

Martin Häusle (1903 – 1966) war ein bedeutender Vorarlberger Künstler. Nach einer Malerlehre beim Kirchenmaler Anton Marte in Schnifis und Ausbildungen an der Kunstgewerbeschule in Innsbruck sowie der Teilnahme an Abendmalkursen der Malschule Toni Kirchmayr in Innsbruck studierte Häusle von 1927 bis 1930 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Ab 1931 arbeitete er in Vorarlberg, zuerst in Satteins, später dann in seinem Atelier am Margarethenkapf in Feldkirch. Seine bekanntesten Werke sind Glasbilder und Fresken für Kirchen und öffentliche Gebäude, mit denen er sich weit über die Grenzen Vorarlbergs hinaus einen Namen machte. Auch schuf er eine große Zahl an Porträts, Familienbildern, Landschaften und Genrebildern. Nebenher gestaltete Häusle Inneneinrichtungen, die selbst heute noch sehr modern anmuten, schuf Plastiken und Keramiken sowie Bühnenbilder und entwickelte eine patentreife Kupplung für Eisenbahnwaggons. Zu seiner Entspannung bastelte er an einem Perpetuum mobile.

 

Fotos: Günter König