Viktoria Tremmel
„Gehen mit Drehen (Walzen) ohne bestimmte Regel“
2007
Kombination einer Fotoinstallation mit einem Schriftzug
Landessportschule Vorarlberg

Der bewegte Körper stellt eine Gemeinsamkeit der Bereiche Sport und Kunst dar. Unterschiede zeigen sich jedoch bereits bei den Regeln, nach welchen sich der Körper bewegt. In der Kunst verändern sich die Regeln, im Sport hingegen sind die Vorgaben klar festgehalten. In ihrem Projekt in der Landessportschule Vorarlberg versuchte Viktoria Tremmel die beiden Regelwerke zusammenzubringen. Sie suchte also Schnittpunkte, die eine fixierte Bewegung darstellen, aber Raum zur freien Interpretation der Regel erlauben.

Für ihre Fotoinstallation entnahm sie den „Anleitungen für einen Vorturner“, einem Regelwerk aus dem Jahr 1890 einige Übungen, die sie von Künstlerkollegen und Freunden ausführen ließ. Ausführungsorte waren eine Sporthalle, eine Parkanlage und eine Wohnung. Wie die ausgewählten Turner die vorgelegten Übungen ausführten und interpretierten, blieb ihnen allein überlassen. Jede Fotoserie trägt den Titel der gegebenen Übung, um so den historischen Bezug aufzuzeigen.

Eine weitere Übung aus den „Anleitungen für einen Vorturner“ verdeutlicht Tremmels Konzept und ist heute auf dem Boden der Terrasse zu lesen: „Gehen mit Drehen (Walzen) ohne bestimmte Regel“. Auf diese Weise entsteht ein Verweis von außen auf die Fotoserien im Innenraum, welche ebenfalls unter diesem Motto stehen.

Die Künstlerin Viktoria Tremmel (*1972 in Lauterach) studierte von 1996 bis 2001 an der Akademie der bildenden Künste in Wien, besuchte in den Jahren 1996/97/98 die Sommerakademie Salzburg und absolvierte einen Master of Fine Art in London. Die Werke von Viktoria Tremmel sind stets kontextbezogen, thematisieren eine bestimmte Situation, befassen sich mit Alltäglichem oder verschiedenen institutionellen und sozialen Räumen. Mittels Videoarbeiten, Foto- oder Soundinstallationen ermöglicht sie dem Betrachter einen neuen Blick auf alltägliche und bekannte Themen.

Fotos: Günter König