Dornbirner Schriften Nr. 31

"Stadtfinden" von Claudia Burtscher und Marlene Leichtfried geht von einem Archivbestand aus, wird durch definierte und subjektive Prozesse betrieben, präsentiert sich der Öffentlichkeit in einer Ausstellung sowie der vorliegenden Publikation und wird als eigenständiger Archivbestand ah einem der von Pierre Nora beschriebenen Orte überdauern. Aber haben wir es hier mit einem Archivbestand zu tun, der wie die Akten, die normalerweise in den Archiven lagern, nach dem Durchleben eines bestimmten, genau definierten Zyklus auch noch zur "dauerhaften Aufbewahrung" ausgewählt, ausgedünnt, verzeichnet und deponiert - mit einem Wort archiviert -wird?

Das Projekt "Stadtfinden" [...] schließt definierte Orte und Zeitpunkte mit einer bestimmten Art des Sehens zusammen. Und erreicht dadurch, dass die einzelnen Dinge [...] miteinander kommunizieren, Verbindungen aufbauen. Die "klassischen" Archive erhalten dadurch neuen Sauerstoff zugeführt, die Wohltat der Nicht-Architektur.

(Ausschnitt aus "Die Architektur des Archivs- oder über die Wohltat der Nicht-Architektur" von Werner Matt)

ISBN 3-901900-17-9
15,00 Euro