Blaumaler Luger

Alfons Luger (1869-1945), der zu den bedeutendsten Vorarlberger Impressionisten gehört, war aufgrund seiner Vorliebe für die Farbe Blau schon zu Lebzeiten im Volksmund unter dem Namen „Blaumaler“ bekannt.

Der im Dornbirner Oberdorf lebende Künstler hinterließ ein umfassendes Werk: Hausansichten, Stillleben, Porträts, Blumen-, vor allem aber Landschaftsbilder zeugen von seinem nahezu unerschöpflichen Schaffensdrang. Der Maler stammte aus einer politisch tätigen Familie: Sein Vater Peter, aber auch sein Bruder Engelbert spielten in der Dornbirner Stadtpolitik eine wichtige Rolle, so war beispielsweise Engelbert Luger von 1910 bis 1926 Bürgermeister von Dornbirn.

Davor führte er als Dekorations- und Zimmermaler ein Malergeschäft, in dem Alfons Luger das Handwerk des Dekorationsmalers erlernte. Danach ging er wie damals üblich auf die Walz. Nach Studien an der allgemeinen Zeichenschule in Wien und an der Münchner Akademie der Bildenden Künste kehrte Alfons Luger nach Dornbirn zurück und arbeitete gemeinsam mit seinem Bruder an kirchlichen Gemälden.

Bereits während, aber ebenso unmittelbar nach seinem Studium entstanden vorwiegend religiöse Bilder für Kirchen oder Kapellen, die sich sowohl in der Farbauswahl als auch stilistisch völlig von seinen später entstandenen Werken unterscheiden: Sind seine Frühwerke durchwegs in dunklen Farbtönen gehalten und sehr dem akademisch-naturalistischen Stil verbunden, besticht sein späteres Schaffen durch von der Farbe Blau dominierte Farbkombinationen und – ganz im Sinne des Imperssionismus – einen lockeren, schwungvollen Pinselstrich.

1904 ließ sich der „Blaumaler“ vom Architekten Josef Schöch auf dem Kellenbühel Nr. 4 im Dornbirner Oberdorf ein Haus bauen. Es war dem ehemaligen „Schloß Oberdorf“ nachempfunden und trug bald den Namen „Pinselburg“. Der markante Bau war zwar ursprünglich nur als Atelier geplant, wurde aber später ebenso Wohnstätte des Malers.

Luger unterrichtete von 1908 bis zu seinem Pensionsantritt 1932 an der in Bregenz neu errichteten „Schule für gewerbliches Zeichnen“ Dekorationsmalerei. Im Gedächtnis blieb er allerdings vor allem als humorvoller Künstler mit einem Zwicker auf der Nase, der in einem Leiterwagen Staffelei, Malutensilien und Sonnenschirm zu gewünschten Motiven transportierte. Meist wurde er dabei von seinem kleinen weißen Spitz „Teddy“ begleitet.

Nicht wenige Dornbirner können sich noch erinnern, ihm als Kind beim Ziehen des Wagens geholfen zu haben. Der Dornbirner Künstler, der wahrscheinlich durch seine Freundschaft mit dem deutschen Maler Charles Palmié, einem Schüler Monets, zum Impressionismus inspiriert wurde, schuf viele typisch impressionistische und typisch pointillistische Werke, wobei er immer dem Naturalismus nahe stand. Bevorzugt in Öl auf Leinwand, aber auch in Aquarellen und Zeichnungen malte er besonders gerne die Dornbirner Landschaft, er liebte sehr die unberührte Natur in den Bergen. Seine Hausansichten bzw. Ortsdarstellungen geben Einblick in die damalige bäuerliche Lebenswelt, zeigen sie doch vorwiegend Rheintalhäuser oder andere typische Vorarlberger Bauernhäuser und Personen bei alltäglichen Arbeiten.

08. Oktober - 12. Dezember 2004