Fürs Kind - Von unschuldig bis cool

Kinderkleidung aus dem 20. Jahrhundert

Kinderkleidung ist objektiv und subjektiv ein deutliches Zeichen für Kindheit, eingebunden in ein System von wirtschaftlich-sozialen, ästhetisch-psychischen und handwerklich-technischen Bedingungen. Sie zeigt uns, wann Kindsein beginnt, endet und wie es interpretiert wird. Kinder als Miniaturerwachsene müssen andere Rollen erfüllen als solche in Spielhosen. Kleider als Zeichen, die etwas ausdrücken, wurden Kindern meist von Erwachsenen ausgesucht und sagen so auch einiges über die Einstellung der Erwachsenen den eigenen und fremden Kindern gegenüber aus.

Neben der materiellen Lage der Eltern und deren modischem bzw. gesellschaftlichem Bewusstsein wirken auch Handwerk und Technik auf die Kindermoden ein. Hausschneiderin und Modezeitschriften, Abgeändertes aus dem Kleiderbestand der Familie, rutschende Strümpfe und kratzende Pullover, all das beeinflusste die Kinderkleidung und ihre TrägerInnen. Die Sonderausstellung möchte in einem Streifzug durch das 20. Jahrhundert u. a. Entwicklungen wie die von der Stoffwindel zur Pampers, vom Leinenlatz zum Plastikvorbau aufzeigen sowie den sich wandelnden Umgang von und mit Kinderkleidung (Schutz, Schmutz, Repräsentation etc.) als Antwort auf die sich verändernde Gesellschaft veranschaulichen.

20. Juni bis 05. Oktober 2008