Schenkungen aus 10 Jahren Stadtmuseum

Ein Objekt kommt ins Museum Obwohl Museumsarbeit in erster Linie durch die Präsentation von Ausstellungen wahrgenommen wird, stellt das Objekt in der Vitrine sozusagen den Endpunkt eines mehr oder weniger lang andauernden Prozesses dar.

Wie sieht nun der Weg eines Gegenstandes vom Eintritt ins Museum bis zu seiner Zurschaustellung aus? Am Anfang steht der Erwerb, die sogenannte Akzession, wobei unterschieden wird zwischen Schenkung, Dauer- und Leihgaben auf Zeit. Wird eine Gegenstand für sammlungswürdig befunden, so wird er im Eingangsbuch mit einer fortlaufenden Akzessionsnummer versehen und mit Vermerk auf Art des Erwerbes und Adresse der ÜberbringerInnen aufgenommen. Dort werden auch eventuelle Hinweise auf VorbesitzerInnen, die Notwendigkeit einer Restaurierung etc. gemacht.

Von Anfang an bedient man sich im Stadtmuseum hierzu des Computers, was viele Vorteile bringt, vor allem den, Namen und Objekte auf einfache Weise wieder auffinden zu können. Ist der Gegenstand quasi registriert, wird ihm „zu Leibe gerückt“. Je nach Zustand wird er gereinigt (und fachkundig restauriert), bevor er die nächste Station, nämlich das Inventarisieren, erreicht. Darunter versteht man die genauere Bestimmung und Zuordnung eines Objekts: Es wird benannt, vermessen, beschrieben, fotografiert, das Alter bestimmt. Auch hier macht man sich die Hilfe des Computers mittels „elektronischer Karteikarten“ zunutze. Je nach Zuordnung bekommt das Objekt eine Nummer, die sogenannte Inventarnummer, die auch auf der Karteikarte vermerkt ist, und wandert danach in eines der Depots des Stadtmuseums.

Depots

Jedes Museum verfügt über mehr oder weniger große Lagerräumlichkeiten für jene Gegenstände, die nicht gerade in Dauer- oder Sonderausstellungen zu besichtigen sind. Wie man sich vorstellen kann, ist der großen Mehrzahl der Gegenstände ein Leben in Depots vorbestimmt, was nicht heißt, dass diese Dinge keine Bedeutung hätten. Vor allem aber bedürfen sie ständiger Betreuung und Pflege in puncto Sauberkeit, Licht- und Klimaverhältnisse etc. Obwohl fast alle Museen unter Platznot leiden, darf man sich ein fachkundig geführtes Depot nicht als Rumpelkammer vorstellen; neben den oben schon erwähnten klimatischen Bedingungen lagern dort die Objekte nämlich nach Sachgebieten geordnet, mit Inventarnummern versehen und sollen einen möglichst einfachen Zugriff erlauben.

Spezielle Anforderungen an die Konservierung stellen vor allem Textilien, deren ärgsten Feind das Licht darstellt – darum werden sie auch im Dunkeln aufbewahrt, und zwar in geeigneten säurefreien Schachteln oder anderen Behältnissen, um sie zusätzlich vor Staub zu schützen. Natürlich ist auch ständige Kontrolle auf Mottenbefall und geeigneter Schutz davor zu betreiben. Um Zugkräften und somit einem Verschleiß des Materials entgegenzuwirken, lagern wir die meisten Textilien liegend, wenn möglich ohne Zusammenfalten etc., da Falten und Knicke zu irreversiblen Schäden des Gewebes führen können. Spitzen und Bänder sowie größere Wäschestücke, die aufgebreitet zuviel Platz benötigen würden, werden auf mit säurefreiem Papier überzogenen Rollen vorsichtig aufgerollt.

Der Blick hinter die Kulissen der Museumsarbeit zeigt auf, wieviel Know-how, aber auch Knochenarbeit nötig ist, um Ausstellungen mit Objekten bestücken zu können und Kulturgut richtig zu bewahren.

Sammeln-Bewahren-Forschen-Ausstellen

Diese vier Begriffe umreißen in Schlagworten die Aufgaben, die ein Museum zu erfüllen hat. Es ist klar, dass die Arbeit mit Objekten, das Veranschaulichen von Vergangenem zum Beispiel, an das Vorhandensein dieser Dinglichkeiten anknüpft. Nur, was gesammelt wird, wieviel, wo und wie auf die Suche gegangen wird, das bestimmt die Sammlungspolitik eines Museums.
Setzt es Schwerpunkte auf bestimmte Entwicklungen oder will es möglichst breit sammeln?
Kann auf eine bereits bestehende Sammlung zurückgegriffen werden oder muss beim Punkt Null mit dem Aufbau der Sammlung begonnen werden?
Alle diese Aspekte müssen berücksichtigt werden und bilden gemeinsam mit dem finanziellen Hintergrund des Trägers die Sammlungspolitik eines Museums.

Das Stadtmuseum Dornbirn versteht sich als regionalgeschichtliches Museum mit alltagskultureller Ausrichtung, d.h. es werden all jene Gegenstände gesammelt, die einen Zusammenhang mit Dornbirn und seinen BewohnerInnen durch die Jahrhunderte haben. Schenkungen oder Leihgaben stellen sozusagen die passive Form des Sammelns dar und bieten neben den finanziellen Vorteilen für das Museum auch der Bevölkerung die Möglichkeit, mitzubestimmen, was ihr „Haus der Geschichte“ prägen soll.

31. März - 27. Mai 2007