Die Schwabenkinder – Wanderausstellung in Dornbirn

Über 300 Jahre Schwabengehen – verpackt in zwei Kisten

Auf einer Grundfläche von annähernd 20 Quadratmetern wird die Geschichte der Schwabenkinder lebendig. Die von der Ravensburger Historikerin Christine Brugger kuratierte, und von Professor Herbert Moser (Duale Hochschule Ravensburg) konzipierte, mobile Ausstellung ist ab dem 20. Oktober im Stadtmuseum Dornbirn zu sehen.

Arbeitsmigration in unserem alpenländischen Raum ist ein sozialgeschichtliches Phänomen, das bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Eine besondere Form der Arbeitsmigration im Alpenraum bildeten hierbei die saisonalen Wanderungen von Kindern armer Bergbauern und Taglöhnern aus Nord- und Südtirol, Vorarlberg, der Schweiz und Liechtenstein. Es waren die Zeiten bitterer Armut, die viele Bewohner aus dem deutschsprachigen Alpenraum über Jahrhunderte hinweg dazu zwangen, ihren Broterwerb in der Fremde zu suchen. Im 19. Jahrhundert erlebte diese saisonale Arbeitsmigration ihren Höhepunkt. Die Not war so groß, dass selbst Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren über den Sommer nach Süddeutschland – primär ins Schwabenland, und ins nahe Allgäu verschickt wurden.

Zur Arbeit in die Fremde

Zu Tausenden zogen sie vornehmlich aus den kargen Bergregionen in die Gebiete nördlich des Bodensees. Diese so genannten „Schwabenkinder“, die daheim die blanke Not vom Tisch trieb, wanderten alljährlich im zeitigen Frühjahr, meist um Josefi (19. März) in regelrechten Kinderzügen, oft begleitet von einem Erwachsenen oder einem kundigen Führer, über die noch schneebedeckten Alpenpässe zu den Gesindemärkten in Oberschwaben und im Allgäu, wo sie vorwiegend an wohlhabende Bauern vermittelt wurden.

EU-Projekt widmet sich der Migrationsgeschichte aus dem Alpenraum

Ein von der EU grenzübergreifend gefördertes Projekt hat sich auf die Spuren der kleinen Saisonarbeiter gemacht, und verbindet die Herkunftsgebiete der Kinder aus dem Alpenraum mit deren ehemaligen Arbeitsstätten in Oberschwaben und im Allgäu. Partner des Projektes sind derzeit 30 Museen und Kultureinrichtungen in Oberschwaben, Vorarlberg, Tirol, Graubünden, Liechtenstein und Südtirol. Darunter auch das Stadtmuseum Dornbirn. Als verbindendes Element hierzu wurden die historischen Wege der Schwabengänger als Themenwanderwege ausgewiesen. Auf den teils beschwerlichen Routen der Schwabenkinder führen diese über die Alpen nach Oberschwaben und laden zum Nachwandern ein. Dafür wurden spezielle Wanderführer aufgelegt. Autor dieser „Wanderlesebüchlein“ ist Elmar Bereuter, aus seiner Feder stammt der Bestseller-Roman Die Schwabenkinder, der auch als Vorlage für einen preisgekrönten TV-Film mit Tobias Moretti in der Hauptrolle diente.

Dauerausstellung in Wolfegg – Wanderausstellung auf Tournee

Das für dieses Geschichtsprojekt federführende Bauernhaus-Museum im baden-württembergischen Wolfegg setzt sich in einer interaktiven Dauerausstellung mit diesem sozialgeschichtlichen Phänomen der über 300 Jahre andauernden „Schwabengängerei“ auseinander. Seit Frühjahr 2012 werden hier die jüngsten Ergebnisse der mehrjährigen Forschungsarbeiten präsentiert. Im März dieses Jahres wurde die mobile Variante – dieser mit einem international renommierten Preis bedachten Dauerausstellung – fertiggestellt.

Die Schwabenkinder – die Wanderausstellung erzählt vom Schicksal der kleinen Mägde und Knechte

Szenographie: Prof. Herbert Moser und Niko Hornig
Kuratorin: Christine Brugger, M.A.
Bildnachweis: Mathis Leicht Photografie

20. Oktober bis 22. November 2015

Die Schwabenkinder – Wanderausstellung in Dornbirn

Über 300 Jahre Schwabengehen – verpackt in zwei Kisten

Auf einer Grundfläche von annähernd 20 Quadratmetern wird die Geschichte der Schwabenkinder lebendig. Die von der Ravensburger Historikerin Christine Brugger kuratierte, und von Professor Herbert Moser (Duale Hochschule Ravensburg) konzipierte, mobile Ausstellung ist ab dem 20. Oktober im Stadtmuseum Dornbirn zu sehen.

Arbeitsmigration in unserem alpenländischen Raum ist ein sozialgeschichtliches Phänomen, das bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Eine besondere Form der Arbeitsmigration im Alpenraum bildeten hierbei die saisonalen Wanderungen von Kindern armer Bergbauern und Taglöhnern aus Nord- und Südtirol, Vorarlberg, der Schweiz und Liechtenstein. Es waren die Zeiten bitterer Armut, die viele Bewohner aus dem deutschsprachigen Alpenraum über Jahrhunderte hinweg dazu zwangen, ihren Broterwerb in der Fremde zu suchen. Im 19. Jahrhundert erlebte diese saisonale Arbeitsmigration ihren Höhepunkt. Die Not war so groß, dass selbst Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren über den Sommer nach Süddeutschland – primär ins Schwabenland, und ins nahe Allgäu verschickt wurden. Zur Arbeit in die Fremde Zu Tausenden zogen sie vornehmlich aus den kargen Bergregionen in die Gebiete nördlich des Bodensees. Diese so genannten „Schwabenkinder“, die daheim die blanke Not vom Tisch trieb, wanderten alljährlich im zeitigen Frühjahr, meist um Josefi (19. März) in regelrechten Kinderzügen, oft begleitet von einem Erwachsenen oder einem kundigen Führer, über die noch schneebedeckten Alpenpässe zu den Gesindemärkten in Oberschwaben und im Allgäu, wo sie vorwiegend an wohlhabende Bauern vermittelt wurden. EU-Projekt widmet sich der Migrationsgeschichte aus dem Alpenraum Ein von der EU grenzübergreifend gefördertes Projekt hat sich auf die Spuren der kleinen Saisonarbeiter gemacht, und verbindet die Herkunftsgebiete der Kinder aus dem Alpenraum mit deren ehemaligen Arbeitsstätten in Oberschwaben und im Allgäu. Partner des Projektes sind derzeit 30 Museen und Kultureinrichtungen in Oberschwaben, Vorarlberg, Tirol, Graubünden, Liechtenstein und Südtirol. Darunter auch das Stadtmuseum Dornbirn. Als verbindendes Element hierzu wurden die historischen Wege der Schwabengänger als Themenwanderwege ausgewiesen. Auf den teils beschwerlichen Routen der Schwabenkinder führen diese über die Alpen nach Oberschwaben und laden zum Nachwandern ein. Dafür wurden spezielle Wanderführer aufgelegt. Autor dieser „Wanderlesebüchlein“ ist Elmar Bereuter, aus seiner Feder stammt der Bestseller-Roman Die Schwabenkinder, der auch als Vorlage für einen preisgekrönten TV-Film mit Tobias Moretti in der Hauptrolle diente. Dauerausstellung in Wolfegg – Wanderausstellung auf Tournee Das für dieses Geschichtsprojekt federführende Bauernhaus-Museum im baden-württembergischen Wolfegg setzt sich in einer interaktiven Dauerausstellung mit diesem sozialgeschichtlichen Phänomen der über 300 Jahre andauernden „Schwabengängerei“ auseinander. Seit Frühjahr 2012 werden hier die jüngsten Ergebnisse der mehrjährigen Forschungsarbeiten präsentiert. Im März dieses Jahres wurde die mobile Variante – dieser mit einem international renommierten Preis bedachten Dauerausstellung – fertiggestellt. Die Schwabenkinder – die Wanderausstellung erzählt vom Schicksal der kleinen Mägde und Knechte Szenographie: Prof. Herbert Moser und Niko Hornig Kuratorin: Christine Brugger, M.A. Bildnachweis: Mathis Leicht Photografie

20. Oktober bis 22. November 2015