Zackige Geschichten - Briefmarken erzählen

Der Philatelie-Club Montfort präsentiert die erste Briefmarke der Welt, die Penny Black!

Als im Jahre 1840 das Briefeschreiben in England plötzlich auch für „Normalsterbliche“ finanzierbar wurde, erlebte diese Kommunikation einen ersten großen Boom. Jede Engländerin und jeder Engländer konnte Bekannten und Verwandten um einen Penny einen Brief zukommen lassen. Das war zwar immer noch beinahe ein Zehntel eines Tagelohns, aber davor musste das Einkommen eines ganzen Tages aufgewendet werden, um einen Brief von London nach Edinburgh befördern zu lassen.

Bis dahin konnten es sich nur sehr reiche Leute leisten, einen Brief zu versenden oder zu erhalten. Entweder man hatte genug Geld für die die Postgebühr oder man war Adeliger – denn für diese transportierte die englische Post die Briefe gratis. Der Lehrer und spätere Sekretär des Generalpostmeisters Rowland Hill erkannte diese Ungerechtigkeit und überlegte sich eine Reform des Postwesens, die es allen erlauben sollte, Briefnachrichten mit ihren Verwandten auszutauschen. Innerhalb von drei Jahren überzeugte er die Verantwortlichen, dass dadurch das Postaufkommen entsprechend anwachsen und dem Staat keine Einnahmen entgehen würde. 1840 war es dann soweit: die erste Briefmarke der Welt, die Penny Black, markiert diese Wende im Postwesen.

Im Stadtmuseum Dornbirn kann im Rahmen der Sonderausstellung auch ein besonderes Exponat bewundert werden, welches ein international ausgezeichnetes Dokument der Geschichte des europäischen Postwesens darstellt: die Penny Black aus dem Jahr 1840. Erst Jahre später zogen weitere Länder nach, Österreich im Jahre 1850. Heute wird diese Form der Kommunikation durch neue Medien abgelöst. Umso mehr können wir über diese große Leistung vor über 170 Jahren in England staunen.

Die Ausstellung zeigt weiters Briefmarken zu verschiedensten Themenkreisen und Epochen, die uns alle „zackige Geschichten“ zu erzählen haben.

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