„Moa“ bei uns – „Halloween“ in Irland und Amerika

Das „Moa“ (von „Mo“, Mond) leitet die kalte, dunkle Jahreszeit ein. Früher wurde es in Dornbirn als Ehre empfunden, wenn Kinder mit geschnitzten Kürbissen und guten Wünschen von Haus zu Haus gingen. Als Belohnung erhielten sie Obst, Süßigkeiten oder kleine Geldbeträge. Schon unsere Vorfahren gingen als Kinder „ga moa“.

Dieses Brauchtum war in unserer Stadt je nach Ortsteil sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die Bezirke, wo man „ga moa goht“, wurden von den Kindern klar abgesteckt um „Konkurrenz“ zu vermeiden. In vielen Straßen war das „Moa“ fixer Bestandteil im Jahres-Rhythmus. Leider gibt es kaum schriftliche Aufzeichnungen zu diesem alten Brauch. Tatsache ist aber, dass er zu den bekannten alten Heische(=Bettel)bräuchen gehört. Dennoch ist er offensichtlich nur in Teilen des Vorarlberger Unterlandes, der Ostschweiz und in Süddeutschland bekannt.

Beim „Moa“ dürfte es sich um einen Brauch im Zusammenhang mit dem Erntedank handeln. Der in den 1980er Jahren importierte irisch keltische Brauch „Halloween“ erreicht in der Nacht vom 31.10. auf 1.11. seinen Höhepunkt. Im keltischen Kalender symbolisiert dieser Tag den Jahreswechsel zwischen Sommer und Winter. Die Furcht erregenden Masken und das Verkleiden sollten ursprünglich die Geister der Verstorbenen abschrecken. Der Kürbis mit seiner geschnitzten Fratze dient demselben Zweck, stellt aber zugleich einen Lichtbringer in der dunklen Jahreszeit dar. In manchen Gegenden werden auch Zuckerrüben ausgehöhlt und zu Laternen umgewandelt. Mit dem Spruch „trick or treat“ – „Süßes oder Saures“ wird heute auf mehr oder weniger bedrohliche Art eine Gabe erzwungen. Was im klaren Gegensatz zu den „Moa-Sprüchen“ steht:

1. Der Mo, der Mo ischt do Mir gond vo Huus zu Huus und sägond do Summer ischt us. 2. Der Mo ischt rund, der Mo ischt rund, er heat zwo Auga, Nasa, Mund. Mir sind di füf vom Mo und bliebond nid lang do. Mir wünschen öü viel Glück und Seaga und a ganz langs Leaba. 3. Mir stond jetzt mit do Kürbso do, si leuchtond grad as wie do Mo. Mir gond vo Hus zu Hus und sägond alla do Summer ischt us. Mir wüschond öü Gsundheit, für dio kalt Johreszit Zum Essa und füro Ofa a Schitt. Weitere "Moa"-Gedichtle*: Hüt sind mir mit d’m Kürbis do, der leuchtad grad as wie dr Mo. So züchond mir vo Hus zu Hus und sägand öü: Dr Summor ischt us! Mir gond ga Moa, Moa, Moa mit viel Fröud und Witz. Mit üsra Kürbsa selbor gschnitzt. Mir wänd nünt Süaßes, ou kua Geald. Mir wünschand öü viel Glück uf dera Wealt. Mir gond go moa und bringen viel Glück mir hoffand ihr siond vo üsoror Kürbso entzückt. * vielen Dank an Sabine Mätzler